Schöner Schwan – Relaunch

Nachdem wir vor ein paar Wochen den 16er im Glas hatten, habe ich mich heute gefragt, wie sich wohl der an sich gleiche Wein in 14 darstellt:

2014er Scheurebe – Rödelseer Schwanleite – trocken – Erste Lage, Weltner, Franken

Die Farbe ist ein etwas grünliches Goldgelb, leicht CO2-haltig. Riecht recht frisch und dicht grün-gelblich mit Stachelbeere, Limette und sehr reifer Karambole, dazu ordentlich Kräuter aus der Estragon- / Zitronengrasecke plus blau-herber Steinchen. Schmeckt recht kantig frisch mit ordentlichem Säurezug, die blauen Steine und die kernigen Kräuter setzen noch ein’s d’rauf, die Zitrusseite ist hier noch etwas vielschichtiger auf der grün-gelben Seite. Der Abgang ist von ordentlicher Länge und dabei auch sehr knackig mit schönem Pomeranzen-Bitterchen beim ausgedehnten Finale.

Gegenüber dem qualitativ gleichauf stehenden 16er -der relativ gesehen eher der Schmeichler ist- ist dieser 14er kompromisslos trocken und frisch (mehr noch als zuletzt vor 3 Jahren), der deutliche Extrakt verhindert dabei erfolgreich jede Gesichtsentgleisung, ist aber mit seiner klaren, sehr kühlen Struktur nicht unbedingt jedermanns Sache, wie ich in der Runde feststellen mußte. Egal, bleibt mehr für mich!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 22. Juni 2016:

Bei dem schönen Wetter heute war mir schon wieder nach einer Scheurebe. Der Keller hatte da folgendes zu bieten:

2014er Scheurebe – Rödelseer Schwanleite – trocken – Erste Lage, Weltner, Franken

Soweit ich mich erinnern kann, ist das meine erste und einzige Scheurebe aus einer Ersten Lage.

Recht helles, leicht grünlich schimmerndes Gelb im Glas. In der Nase grüner Apfel und etwas Stachelbeere, ein paar grüne Kräuter wie Estragon und Dill. Später taucht auch noch eine Mirabelle auf. Am Gaumen spielen auch ein paar gelbere Früchte mit: Nektarine (nicht ganz reif) und Karambole zum Beispiel, später auch Kaktusfeige. Dazu Limette und Pampelmuse, jeweils ohne Bitterchen. Kräuter sind auch hier vertreten, fast schon ein bißchen Korinander, dazu etwas weißer Pfeffer. Und was gesteinsmehliges liegt auch noch drunter. Sehr vielschichtig also, dabei aber nicht schwer oder aufdringlich wirkend, die prägnante Säure wirkt recht ausgleichend. Die grünen Früchte und Kräuter bestimmen den minutenlangen Nachhall.

Schöne frisch-fruchtige Scheurebe, die für solche warmen Sonnenabende mit Berg- und Seeblick wie geschaffen ist. Funktioniert aber sicher auch ohne Alpen bzw. Gewässer…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Wie eigentlich alle Weltner-Weine der oberen Ligen hat sich auch die Scheurebe schön weiterentwickelt. Kein gänzlich anderer Wein, aber die Aromatik hat sich zur gelben und leicht reiferen Seite hin verlagert, ohne dabei die grünen Kräuter zu übertünchen. Der Pfeffer ist weitgehend verschwunden, dafür sind die Steine jetzt größer. Schöne Entwicklung!

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