Kleine Schaumparty in Würzburg

Ich weiß, ich bin spät d’ran, denn schon am letzten November-Samstag fand in Würzburg eine privat organisierte Runde mit einer ganzen Latte von Schaumweinen statt, mehrheitlich Winzer-Champagner mit eher geringer bis gar keiner Dosage, zum Vergleich dann noch zwei Champagner der „Grandes Marques“, ein Italiener, zwei Deutsche und zwei Spanier:

1. Schäumer: 2010er [Cuvée] – Pas Operé – extra brut – Franciacorta DOCG, Bellavista, Lombardia

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Dieser Spumante besteht zu 65 % aus Chardonnay und zu 35 % aus Pinot nero, ca. 50 % der Weine reifen in kleinen Eichenfässern, der „Pas Operé“ wurde 2017 dégorgiert.

Im Glas ein helleres Goldgelb, feine, mäßige Perlage, aber durchaus beständig. In der Nase grüne Äpfel, wenig Mirabelle, ganz leicht hefig, wirkt hier trotz grüner Fruchtnoten recht elegant. Am Gaumen eine eher weiche, angereift wirkende Struktur, feine Säure(n), fluffige Frucht, sehr samtige Hefe. Der Abgang ist recht lang, dabei wieder eine recht weiche Charakteristik, wieder diese Fluffigkeit beim Extrakt.

Sehr samtiger Schäumer, nicht übermäßig komplex, keine Kanten, aber auch nicht beliebig, jedoch sehr ambitioniert bepreist.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 19 von 25

2. Schäumer: (2012er) Spätburgunder – Blanc de Noirs – brut nature – Deutscher Schaumwein, Burkhardt Schür, Franken

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Die Farbe ist ein helleres Messing mit mittlerer, beständiger Perlage, die Nase bekommt’s mit feiner Brioche, rotem Bergapfel und gelöschtem Kalk zu tun. Am Gaumen dann wirkt der Blubber etwas gröber als angekündigt, fruchtigerseits gibt’s hier auch Granatapfel, die Säure ist leicht angecremt, darunter eine etwas ins Blaue zeigende Mineralik. Der Abgang hat eine schöne Länge, wieder leicht cremige Säurestruktur.

Dieser fränkische Schäumer schaut schon recht klar in Richtung Champagner, die etwas kühlere mineralische Seite gibt ihm jedoch eine schöne eigene Note, bietet enorm viel fürs relativ überschaubare Geld.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25

3. Schäumer: 2011er Pinot Meunier – Les Vignes d’Autrefois – extra brut – Champagne [AC], Laherte Frères, Champagne

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Dieser Schampus erhielt eine Dosage von 2 bis 4 g/l und wurde im Dezember 2014 dégorgiert.

Die Farbe ist ein mittleres Messing, anfangs eine relativ grobe Perlage, findet sich aber mit der Zeit. In der Nase reife Hefe, Backapfel und eine leicht flüchtige Säure, die das fortgeschrittene Apfelaroma wieder auf die frische Seite holt. Am Gaumen dann deutlich Brioche, wieder der gereifte Backapfel, bei mittlerer Säure sehr trocken wirkend, der etwas intensivere, aber angenehme Blubber sorgt für die nötige Belebung, dazu ein Bett aus Magnesiumsalzen. Vor allem beim recht langen Abgang dominiert die Mineralik, hier mit Tuffstein und einigen Gerbstoffen im Gepäck.

Dieser Champagner ist aus meiner Sicht eher untypisch, was ihn aber nicht weniger attraktiv für mich macht; ist auf den Punkt gereift, nicht unbedingt ein Schmeichler, auch mit einer ungewohnten Mineralik, aber ich mag solche Querschläger.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

4. Schäumer: 2009er [Chardonnay] – Terre de Vertus – Blanc de Blancs – brut nature – Prémier cru – Champagne [AC], Larmandier-Bernier, Champagne

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Im Glas ein deutliches Messing, relativ intensive Bläschenbildung mit hoher Beständigkeit. Geruchlich fast nussig, auch etwas Nougat, dann Backapfel und etwas Weichholz. Geschmacklich dann Hefezopf mit Rosinen, die Hefe selbst wirkt salzig, leicht Karamell, strammer Extrakt auf der sekundären Seite, leichte Gerbstoffigkeit, die zu einer kleinen Adstringenz führt, distinguiertes Kalkbett. Sehr langer und extraktbetonter Nachhall mit charmanter Hefebegleitung und knackiger Säureunterstützung.

Sehr schön gereifter, in meinen Augen auch typischer Champagner, weil er einerseits alles hat, was ein guter Champagner braucht, aber andererseits auch noch mehrere Kanten bzw. Merkmale oben d’rauf setzt, die seine fortgeschrittene Eigenständigkeit begründen, vor allem gefällt mir hier die Spannung zwischen dem sehr deutlichen, reifen Extrakt und der durchaus knackigen Säurestruktur. Nicht unbedingt der eleganteste Schäumer des Abends, aber -vielleicht gerade deswegen- mein persönliches Highlight des Abends.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25

5. Schäumer: 2008er [Cuvée] – Serral del Vell – brut nature – Partage qualificat – Cava, Recaredo, Catalunya

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Dieser Cava besteht aus 52 % Xarel·lo und 48 % Macabeu, durfte 111 Monate reifen und wurde am 17.07.2018 dégorgiert.

Die Farbe ist fast altgold, mittlere, relativ schnell abflauende Perlage. Bukettmäßig gibt’s Rosinen in Rum, leicht Vanille und eine gewisse Floralik. Geschmacklich zeigt sich etwas Arrak, dazu Marzipan, samtiges Holz und eine flaumige Säure. Der Abgang ist bei hoher Intensität sehr lang, wieder Rosinen und Marzipan.

Sehr eigener Cava, trotz der Rosinen-Opulenz recht animierend, wenn man ihn schnell genug wegtrinkt, braucht aber eigentlich ein ebenso opulentes Essen, als Solist eher ungeeignet.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 19 von 25

6. Schäumer: 2012er [Cuvée] – III Lustros – Font de Jui – brut nature – Partage qualificat – Cava, Gramona, Catalunya

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Hier sind 65 % Xarel·lo und 35 % Macabeu im Spiel, das Ganze durfte 70 Monate reifen und wurde 2019 dégorgiert.

Leuchtend goldgelb mit etwas gröberer Perlage im Glas; für die Nase gibt’s Brioche, mürbe Äpfel und etwas Honig. Am Gaumen glasierter Apfel, dazu eine kantige Säure, als Gegenpart eine eher elegante Hefestruktur, wieder leicht Honig, weiters etwas Staub und „altes Holz“. Der Abgang weist eine schöne Länge auf, hier wieder die etwas eigene Holz- / Honignote.

Ich bin mir nicht ganz sicher gewesen, ob die erwähnte Kante beim Holz ein ganz leichter Korkinger war oder ob das schlicht so sein sollte, wirkte ein bißchen wie Chiantistaub am falschen Platz. Ging trotz dieser Eigenheit teils auch als Champagner durch.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 19 von 25

7. Schäumer: 2005er [Chardonnay] – Millésime – Blanc de Blancs – brut – Grand cru – Champagne [AC], Pierre Moncuit, Champagne

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Die Farbe ist ein helleres Altgold, mittlere Perlage mit hoher Nachhaltigkeit. Bukettseitig gibt’s intensiv Hefezopf, Germknödel mit einer ganz kleinen Zwetschge d’rin und Backapfel extra. Am Gaumen erst ganz leicht staubig, dann Blumentopf und Hefewürfel, weiters herber Backapfel, dazu ein Hauch angebitterte Gerbstoffe, recht geschmeidige, aber potente Säure, etwas grünlich wirkendes Holz und ein bißchen Kreide. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, dabei gibt’s gegerbte, leicht hefige Frucht bei elegant wirkender Säure.

Das war aus meiner Sicht der klassischste und harmonischte Champagner der Runde, sehr elegant wirkend, dürfte auch das zuckerhaltigste Getränk gewesen sein, was aber nicht heißt, daß hier auch nur ein Hauch freier Süße den Genuß beeinträchtigt hätte.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

8. Schäumer: 1987er [Riesling] – Réserve – ’zero Dosage’ – Deutscher Sekt, Peter Lauer, Saar

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Dieser Riesling-Schäumer wurde tatsächlich 32 Jahre lang auf der Hefe liegen gelassen, bevor er schließlich im Juli 2019 dégorgiert wurde.

Hier ein sattes Altgold mit mittlerer, beständiger Blubberei im Glas. Bukettmäßig gibt’s Lkw-Plane, weißen Vermouth, leicht Sherry, unangeschnittenen Cabrales (ein spanischer Blauschimmelkäse), dahinter Kaki und mostige Maracuja. Der Geschmack wird erst mal von einer grünen Verjus-Säure und herben, angekokelten Tanninen in eine völlig ungewohnte Richtung geleitet, dazu eine kantige Säure, weiters Karambole, Bakelit, Jasmin- und später Schwarztee, ledrige Äpfel und weißer Rauch. Der Nachhall hallt recht lang und ist dabei in erster Linie rauchig teeig.

Nicht nur die technischen Daten sind bei diesem Sekt außergewöhnlich, alles andere auch, die Aromatik wirkt auch auf mich (der von der Naturweinseite schon einiges gewöhnt ist) recht abenteuerlich, ist auch schwer zu kombinieren, dennoch faszinierend, hohes Polarisationspotential. So ab und zu vielleicht…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

9. Schäumer: 2013er [Cuvée] – Bouzy – [brut nature] – Champagne [AC], Marguet, Champagne

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Dieser Champagner besteht aus 77 % Pinot noir und 23 % Chardonnay, zero Dosage, Tirage im Juli 2014, Dégorgement im Mai 2018.

Die Farbe ist leicht ins Messing gehend, gröbere Perlage, für die Nase gibt’s intensiv mürbe Äpfel, eher schüchterne Hefestruktur, am ehesten Nußhörnchen, wirkt hier etwas säuerlich. Am Gaumen relativ fruchtig mit gelben Äpfeln, Mirabellen, Kaki und Marula, straffe Säure, darunter ordentlich gelöschter Kalk. Der Abgang ist von schöner Länge, reiffruchtlastig mit isolierter Säure.

Sehr geradliniger Fruchtchampagner, etwas unausgewogen aufgrund der etwas arg freistehenden Säure, für den Preis gibt’s animierendere Sachen.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

10. Schäumer: 2004er [Cuvée] – Celebris – extra brut – Champagne [AC], Gosset, Champagne

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Hier habe ich die Zusammensetzung außerhalb der Gosset-Heimseite im Netz gefunden: 55 % Chardonnay, 45 % Pinot noir, Dosage 5 g/l

Das Glas zeigt ein leicht rötliches Goldgelb, deutliche Perlage. Das Bukett zeigt einen leichten Korkanflug, ansonsten ledriger Apfel, Großholzaromatik und etwas Kellertreppe. Am Gaumen wieder ein kleiner Korkverdacht, fruchtseitig gibt’s mürben Apfel mit unauffälliger Säure, eher auf der elegant-geschmeidigen Seite unterwegs, ein bißchen Leder noch. Der schön lange Abgang präsentiert sich mit mit ein paar animierenden Schmutzigkeiten, insgesamt herb-bitterlich, die Frucht hier schon etwas anoxidiert.

Trotz des leichten Kork- und Kellereindrucks durchaus schön, insgesamt aber doch eher gefällig, vor allem die Säurestruktur ist mir für „extra brut“ zu gefällig, animiert mich nicht, dafür deutlich mehr als 100 Euronen auszugeben.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

11. Schäumer: (2000er) Cuvée Louis – brut nature – Champagne [AC], Tarlant, Champagne

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Hier haben wir’s mit 50 / 50 Chardonnay und Pinot noir zu tun, verarbeitet wurden die Jahrgänge 1996 bis 1999, das Ganze kam im Mai 2000 in die Flasche und wurde im Mai 2015 dégorgiert.

Im Glas ein etwas schmutziges, dunkleres Messing, relativ geringe Perlage, hält aber gut an. Für den Riechkolben gibt’s mürbe Äpfel, leicht wachsig mit Honig, etwas Staub, ein Hauch Torf. Am Gaumen deutlich angereifte Frucht von der Apfel- und Quittenecke, fast versteckte, irgendwie aber doch effektive Säure, d’runter ein bißchen Kreidestaub. Auch beim Abgang kommt die Frucht deutlich gereift bzw. schon etwas oxidiert daher, hier arbeitet die Säure noch am besten.

Der Gruppensieger ist einerseits sehr schön ausgewogen, durchaus schön gereift und recht komplex, für meinen Geschmack aber ist die Säure bzw. der Blubber für’s Siegertreppchen etwas zu wenig ausgeprägt, die Frucht könnte für meinen Geschmack etwas weniger Oxidation zeigen, hätte man vielleicht recht zeitnah nach dem Dégorgement öffnen sollen.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25

12. Schäumer: (2018er) [Cuvée] – brut nature – Grand cru – Champagne [AC], Benoît Lahaye, Champagne

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90 % Pinot noir und 10 % Chardonnay sind hier enthalten, die obige, eingeklammerte Jahreszahl weist auf das Dégorgement im Mai 2018 hin.

Die Farbe ist ein deutliches Messing, mittlere Perlage. In der Nase recht cremige Frucht mit rotem Bergapfel, Granatapfel, etwas Preiselbeere, nur leicht hefig. Am Gaumen leicht rotfruchtig, auch hier eher wenig Hefe, distinguierte Säure, unauffällige Mineralik. Der Nachhall hallt schön lang und ist recht ausgewogen.

Am besten gefällt mir hier die super Säurestruktur, ansonsten aber ohne Ecken und Kanten bzw. ziemlich beliebig.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 19 von 25

13. Schäumer: (2017er) Grande Cuvée – 166ème Édition – brut – Champagne [AC], Krug, Champagne

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Gemäß der Krug-ID 317027 ist dies eine Cuvée aus 45 % Pinot noir, 39 % Chardonnay und 16 % Pinot Meunier, insgesamt sind 140 Weine aus 13 Jahrgängen von 1996 bis 2010 im Spiel, 42 % davon sind Reserve-Weine, im Sommer 2017 wurde dégorgiert.

Hier ein ganz leicht rötliches, helles Goldgelb, mittlere Perlage. In der Nase zeigt sich eine deutliche Flint-Note mit Basalt und Streichholzschachtelreibefläche. Am Gaumen auch eine satte Flint-Mineralik, kantige, aber etwas undifferenzierte Frucht, knackige Säure, herbe, eher blaue Steine. Der Abgang ist richtig lang mit blauen Salzen, satt Säure und frischer Frucht.

Recht knackiger Flint-Schampus mit Rauch und Schwefel, sehr animierend, fortgeschrittene Eleganz darf man hier aber nicht erwarten. Geschmacklich mit ganz vorne d’ran im Ranking, aber soo gut ist er auch wieder nicht, als daß ich da freiwillig 150 Euronen je Flasche investieren würde, um den Preis gibt’s deutlich komplexere Sachen (s.u.); wenn ich um das Geld zwei Flaschen bekommen würde, würd’s wieder passen…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 21 von 25

14. Schäumer: (2012er) Chardonnay – Patience – Blanc de Blancs – brut nature – Champagne [AC], Jean Velut, Champagne

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Dieses Blubberwasser kam im April 2012 in die Flasche und wurde im Mai 2019 dégorgiert.

Die Farbe ist ein deutliches Goldgelb, mittlere Perlage. Nasenseitig dichte Apfelfrucht mit wenig Hefe. Am Gaumen gibt’s wieder Apfel mit leicht grüner Verjus-Säure, wieder kaum was hefiges, dünnes Kalkbett. Der Abgang weist eine sehr schöne Länge auf, dazu eine sehr frische, grünliche Säure mit nur angedeuteter Frucht.

Sehr frisch-grünlicher Champagner, wohl am besten geeignet für heiße Sommertage auf der Terrasse, ist aber eher einfach gestrickt und daher aus meiner Sicht seinen Preis bei allem Spaß, den man damit haben kann, nicht wert.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 19 von 25

15. Schäumer: (2018er) Pinot noir – Récolte noire – brut nature – Champagne [AC], Dosnon, Champagne

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Dieser letzte Champagner der Runde wurde am 22.10.2018 dégorgiert, laut Netz-Recherche 10 Monate Fermentation im gebrauchten Barrique, anschließend weitere 24 Monate im Barrique gereift.

Im Glas ein helleres Rotgold mit eher geringer Perlage. Rote Fruchtnase mit Bergapfel (der rote) und Johannisbeere, kaum Hefe, dafür leicht Flint. Am Gaumen dann eher wenig Frucht, wirkt herb-bitterlich mit kerniger Säure und einigen Magnesiumsalzen. Nachhallmäßig dominiert die kantige Mineralik mit Magnesium in Salz- und Reinform.

Recht kantiger, eher untypischer Champagner mit leicht leichtmetallischen Noten, muß man sich fast etwas erkämpfen, ist nix für gemütliche Abende am Kaminfeuer…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

Ergebnis:

Von „meinen“ Verkostungsnotizen habe ich dann im Rahmen der Gesamtbewertung folgendes Ranking abgeleitet:

Platz 1   2009er Terre de Vertus – brut nature – Prémier cru, Larmandier-Bernier

Platz 2   2005er Millésime – Blanc de Blancs – brut – Grand cru, Pierre Moncuit

Platz 3   2011er Les Vignes d’Autrefois – extra brut, Laherte Frères

Über die Wertungen aller Teilnehmer ergab sich dann folgendes Bild:

Platz 1   (2000er) Cuvée Louis – brut nature, Tarlant

Platz 2   2005er Millésime – Blanc de Blancs – brut – Grand cru, Pierre Moncuit

Platz 3   (2017er) Grande Cuvée – 166ème Édition – brut, Krug

Zumindest beim zweitplazierten Schampus war ich der gleichen Meinung wie die Rundenmehrheit, den Gesamtsieger „Tarlant“ habe ich aufgrund meiner geschmacklichen Präferenzen eher auf dem vierten bis fünften Rang gesehen. Den „166er“ von Krug habe ich persönlich nicht so hoch bewertet, da bei mir einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis im Hirn immer mitspielt. Diese 150 Euronen-Flasche mußte bei mir zudem gegen die noch sehr präsente Verkostung der 139 Euronen-Granate „MV13“ von Henri Giraud ankämpfen, bei letzterer hielt ich den für meine Verhältnisse sehr hohen Preis aufgrund dessen Eigenständigkeit noch für gerechtfertigt, der Krug ist dagegen „nur“ ein sehr guter Champagner für mich, mehr nicht…

Fazit:

Erneut eine Würzburger Runde der Extraklasse! Bezüglich der Aufgabe, die Flaschen jeweils dem richtigen Land bzw. bei den Champagnern auch „Winzer“ / „Grande Marque“ zuzuordnen, konnte ich für mich zumindest einen 2/3-Erfolg verbuchen.

Im Ergebnis kann ich für mich festhalten:

  • wenn Champagner, dann Winzer-Champagner
  • Schaumwein mit wenig bis gar keinem Zucker muß kein Sauerampfer sein
  • auch außerhalb Frankreichs gibt’s tolle Schäumer, manchmal nahe an der Champagne, häufig aber mit ganz eigenem Charakter

Wobei ich das im Prinzip zwar alles schon vorher wußte, aber es war sehr schön, diese Erkenntnisse in so kompetenter Runde zu festigen.

Nochmals vielen Dank an die Würzburger Gastgeber, die die Runde ausgerichtet haben und weiters an alle Teilnehmer, die wieder mit Freude an der Sache, Sachkenntnis und auch Bodenständigkeit zu dieser genüßlichen Runde beigetragen haben!

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