Ganz schön kühl

Ich habe von Philipp Kuhn zwar schon einige Weinchen probiert, jedoch bis dato noch keinen Spätburgunder. Aber nachdem ich mal zwei St. Laurents von ihm mit nicht ganz so gutem Erfolg im Glas hatte, fühlte ich mich bei den roten Sachen aus dem Haus nicht so sehr angesprochen. Jetzt hab‘ ich mal vor Weihnachten bei einer Adventsverkostung für wenig Geld auch folgende Einzelflasche geschossen:

2014er Spätburgunder – «Tradition» – trocken – Gutswein, Philipp Kuhn, Pfalz

Ein dunkleres, deutlich transparentes Kirschrot im Glas, geruchlich gibt’s leicht buchenholzbestäubte Kirschen, ein Hauch Kirschbrand ohne Brand, dezent weißer Rauch. Geschmacklich zeigt sich erst mal eine sehr intensive (Verjus-) Säure, die nicht jedermanns Sache sein dürfte, dann hochfrische, fast etwas kühl-stahlige Kirsche, Holz kann man hier nur erahnen. Auch der ordentlich lange Abgang ist hyper-frisch, hyper-kühl, messerscharf abgegrenzte Früchtchen mit Zitronendressing, Mineralik nur in Form von edlen Reinmetallen; mit etwas Luft kommen auch ein paar wenige Tannine mit ganz leichter Adstringenz zu ihrem Recht.

Dieser Spätburgunder hat überhaupt kein Gramm Fett auf den Knochen, die Säure ist fordernd-frisch, die Frucht ist messerscharf abgegrenzt. Hätte ich besser im Sommer aufmachen sollen, machte aber auch so einigen Spaß. Everybodies darling ist dieser Spätburgunder jedoch sicher nicht, die knackige Säure in Verbindung mit eher wenig Frucht und quasi null Süße ist wohl kaum mehrheitsfähig. Jetzt wäre es interessant, mal einen Warmjahrwein dagegen zu verkosten…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 17 von 25

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