Schmatzig herb – Nachtrag

Heute gab’s noch eine überraschende wie kurzfristige Einladung zum Essen, zu der ich folgendes Fläschchen mitgenommen habe:

2016er [Cuvée] – Carm – Reserva – Vinho Tinto – Douro DOC, Familia Roboredo Madeira, Douro

Hier handelt es sich um eine Cuvée aus Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz und Tinta Francisca, die 18 Monate in amerikanischen und französischen Eichenfässern vor sich hin reifen durfte und die ich zuerst in der 12er Version bei einer unserer Weinrunden kennengelernt habe.

Ein dunkles Purpurrot im Glas, riecht recht dicht nach leicht herben, frischen, roten Pflaumen, etwas schwarzer Johannisbeere sowie einem Hauch Preisel-, eher dezente Großholzaromatik in Form von Koriandersaat und einem bißchen altem Leder, die mit Luft aber etwas anzieht, dabei wird auch das Leder etwas neuer und etwas Kakao ploppt auf. Schmeckt recht schmatzig nach der herben Frucht mit kleiner Schärfekante, mitteldichtes Tanningerüst mit ganz leichter Adstringenz, sehr gut austarierte Säure, auch hier insbesondere anfangs zurückhaltendes Holz, dennoch prägnant mit zusätzlich ein paar malzig-karamelligen Noten sowie deutlicher Erdigkeit. Der recht lange Abgang ist ebenfalls von der dichten Frucht geprägt, hier wirken die Tannine besonders samtig, dazu lehmige Ackerscholle ohne Breitenwirkung.

Zwar noch sehr jung, aber ohne jede Einschränkung zu genießen, ein paar jugendliche Kanten erhöhen den Spaß eher als daß sie ihn einschränken. Paßte sehr gut zum Damhirschbraten, aus meiner Sicht eine wunderbare, druckvolle Bdx-Alternative (ein Bdx-Ersatz oder -Substitut ist das natürlich nicht) ohne Macho-Allüren mit einem super PLV.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachtrag nach 6 Tagen mit Luft: ein kleiner Rest blieb übrig, den habe ich gerade als „Kochwein“ in der Art vernichtet, als daß er den Koch neben der Arbeit erfreute. Dabei habe ich im Wesentlichen festgestellt, daß das Bukett im Holzbereich deutlich zugelegt hat, jedoch ohne das Ganze zu übertreiben. Am Gaumen kaum verändert, nur ein leichtes metallischen Bitterchen der angenehmen Art macht sich bemerkbar. Der Abgang ist nach wie vor dicht-saftig mit den beschriebenen samtigen Tanninen und zeigt keine Spur von Schwäche. Steht immer noch absolut stabil im Glas, qualitativ keine Veränderung.

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