Metzger-Weine

Mein Lieblingsmetzger ist ein fahrender Geselle, der mit seinem roten Gefährt immer Mittwochs bei uns in der Nachbargemeinde Stellung bezieht. Neulich wurden uns zum Einkauf auch noch die beiden abgebildeten Viertelflaschen (0,187 l) gratis zum Probieren mitgegeben. Das Ganze ist eine Promotion-Aktion von Freixenet gewesen, bei der der Metzger nur mit ein paar Fotos „beweisen“ soll, daß die Fläschchen auch bei den Kunden landen und er sie nicht alle selber trinkt. Freixenet ist bei uns ja eher für Cava bekannt; das meiste, was mich davon erreicht hat, wurde aber als Kochwein verwendet, weil’s als Massen-Cava einfach zu beliebig ist. Ich habe aber bereits gelernt, daß es mittlerweile sogar Prosecco (ja, echt aus Italien!) von diesem Großweingut gibt, nun kamen mir das erste mal diese Stillweine unter. Daß ernsthaft was d’rin sein könnte, was Nerds wie mir Freude bereiten könnte, habe ich natürlich nicht angenommen, also wurden die Flaschen erst mal in die Kochweinecke gestellt. Mittlerweile sind beide Fläschchen geleert:

1. Wein: 2018er [Cuvée] – Blanco – Mederaño – [halbtrocken] – Vino de España, Freixenet, Catalunya

Was an Rebsorten d’rin ist, wird bei sowas natürlich nicht preisgegeben, in einem Netz-Link tauchten allerdings Moscatel, Xarel·lo, Macabeo, und Parellada auf, also im wesentlichen die Cava-Grundsorten, deshalb gehe ich mal davon aus, daß der Wein mit hoher Wahrscheinlichkeit bzw. überwiegend aus Katalonien stammt. Abgefüllt wird das Ganze von einer Firma mit dem wohlklingenden Namen UCSA, die in Sant Sadurní d’Anoia bei Barcelona ansässig ist und zur Grupo Freixenet gehört. Und das Ganze ist halbtrocken bei 14 g/l Restzucker und 5,3 g/l Säuregehalt.

Helleres Strohgelb, Nase etwas stechender Apfel, grüne Kräuter, leicht Alk, am Gaumen deutliche, freie Restsüße, die quasi alles übertüncht, der Abgang zeigt auch erster Linie die überzuckerte, leicht brandige Frucht.

Auch für 3,99 Euronen je Eintelflasche ist das nix. Es ist aber wohl so, daß diese Art von Wein tatsächlich jeden Tag millionenfach verkauft wird. Und das auch noch wieder und immer wieder. Manche Dinge auf dieser Welt verstehe ich einfach nicht…

Meine Wertung: Nachkauf 0 von 3, Gesamt 7 von 25

2. Wein: 2017er [Cuvée] – Tinto – Mederaño – [halbtrocken] – Vino de España, Freixenet, Castilla-La Mancha

Bei diesem Wein habe ich zu Trauben / Herkunft Cabernet Sauvignon, Garnacha und Monastrell sowie La Mancha gefunden, ist ebenfalls halbtrocken bei 12 g/l Restzucker und 5,2 g/l Säuregehalt.

Im Glas ein mittleres Granatrot mit ebensolcher Transparenz, riecht nach Mon Cherie-Kirsche incl. Alk mit was ganz leicht braunwürzigem; schmeckt so penetrant rotsüß, daß es mich geschüttelt hat und ich’s gleich wieder ausgespuckt habe. Zum Abgang kann ich dementsprechend nichts sagen.

Hab‘ ich nicht mal zum kochen verwendet…

Meine Wertung: Nachkauf 0 von 3, Gesamt 5 von 25

Beide Weine sind gemäß Rückenetikett

…sympathische Botschafter spanischen Temperaments

Na ja, das mit dem spanischen Temperament stelle ich mir jetzt zur Ehrenrettung der Spanier gänzlich anders vor…

Die Flaschen waren ja ein „unverkäufliches Muster“, wenn man im Supermarkt eine Eintel davon ergattern möchte, müssen dafür in der Regel knapp 4 Euronen bezahlt werden. Ist jetzt auch für diesen Preis aus meiner Sicht nichts akzeptables. Ok, war eh klar, daß man hier keine „großen Weine“ fürs Geld bekommt, aber daß es gleich so schlimm ist…

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