Das unterste Level…

…das man weinrechtlich in Österreich (und in Deutschland auch) kaufen kann, ist der ganz profane „Wein“ bzw. hier „Wein aus Österreich“. Das ist noch unterhalb der Landweinebene angesiedelt; diese Klassifizierung wird in der Regel dann angewendet, wenn der Wein nur die minimalsten Kriterien des Weingesetzes erfüllt und weitergehende Anforderungen z.B. an Typizität, Herkunft etc. nicht eingehalten werden können oder wollen. Im Falle Claus Preisingers ist sicher eher letzteres der Fall, seine Weine sind großteils absichtlich „neben der Spur“ vinifiziert, für mich gehören sie gerade deswegen zu den interessantesten der österreichischen Weinszene. Heute gab’s mal einen der Basis-Roten von ihm:

2016er Blaufränkisch – Kalkstein – trocken – Wein aus Österreich, Claus Preisinger, Neusiedlersee

Farblich ein ganz leicht trübes, dunkles Rubinrot mit mäßiger Transparenz. In der Nase herbe, gesteinsbemehlte Sauerkirschen, am Gaumen erst mal eine auch für BF-Verhältnisse immense, dabei nicht grün wirkende Säure, leicht sekundäre Schattenmorellen, Schlehen und etwas Aronia, einige sehr weiche, aber nicht geschmeidige Tannine mit ganz leichtem Pelz, einige saure, bläuliche Steinchen als Basis. Der Abgang ist ebenfalls durch die äußerst potente Säure hochfrisch, die Frucht wird mit etwas Talcum gleitfähig gemacht.

Bei solchen roten Säuremonstern fällt häufig alles andere hinten ’runter, hier bleibt der „runde“ Eindruck für mich erhalten, wobei das sicher nicht jeder so sehen dürfte. Paßte heute sowohl zu Fleisch- als auch Lachspfanzerl sehr gut.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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