Rhône vom Atlantik

Soweit ich weiß, hatte ich noch nie einen Portugiesen aus der Weinbauregion „Lisboa“ im Glas, obwohl ich in der Ecke schon im Urlaub war; aber da gab’s immer Weinchen aus anderen Regionen. Jedenfalls blieb keiner positiv in meinen Ganglien hängen, dabei ist diese Ecke zumindest großen- und mengenmäßig in P recht bedeutend. Mein erster bewußter Wein von dort ist nun ausgerechnet aus einer Rebsorte, die eigentlich für die Rhône steht, aber mal schauen:

2016er Marsanne – Reserva – Vinho Regional Lisboa, Quinta do Lagar Novo, Lisboa

Farblich ein deutliches Altgold, riecht nach Physalis, etwas Dosenpfirsich und Honig ohne Süße, am Gaumen recht gelb dickfruchtig -teils auch ankandiert- mit leichtem Chinin-Bitterchen, schön ausgleichende Säure und eine nicht geringe Salzfracht. Der sehr lange Abgang ist geprägt von der hier besonders salzigen Frucht plus Kräuterbitterchen, auch hier hält die Säure die Dickfrucht gut auf der niederviskosen Seite. 

Quasi ein weißer Rhôneling mit frischer Atlantikbrise, auch wenn das Weingut vom Meer deutlich entfernt ist; es liegt eher am östlichen, landesinneren Rand der Region. Zum Paprika-Risotto paßte der Wein sehr schön, ist jedoch aufgrund seiner etwas hakeligen Bitterchen nicht unbedingt ein Nachkaufkandidat für mich, jedenfalls nicht für die ca. 15 Euronen Normalpreis; um den Resterampen-Kurs kann ich aber absolut nicht meckern…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

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