…mein letzter Australier – Nachtrag

Vor gut zwei Jahren habe ich für eine unserer Weinrunden aufgrund des Themas „Australien und Neuseeland“ mal 3 Aussie-Weine bestellt, weil ich von dort schlicht gar nix im Keller hatte. Von Yalumba habe ich damals einen Viognier ins Rennen geworfen, der mir selbst allerdings nicht sooo toll gefallen hat bzw. die Australien-Vorurteile hinsichtlich „breit und mächtig“ gut bestätigt hat. Deshalb habe ich auch den

2014er Roussanne – Samuels Garden Collection – Eden Valley, Yalumba, South Australia

irgendwie immer übersehen, da ich befürchtete, daß der Wein aus dieser doch eher fetteren Sorte ebenfalls etwas anstrengend sein könnte. Aber vorgestern mußte die Flasche dann doch d’ran glauben:

Farblich ein helleres Goldgelb, riecht gleich recht intensiv, aber durchaus frisch nach leicht flintig-würzigem Papaya-Bananensaft, aber ohne das Saftige / Primäre, einfach die pure Frucht plus Würze. Am Gaumen kommt das Ganze deutlich dicker daher, fruchtseitig hier eher hochreife Nektarinen und Kaktusfeigen mit ordentlich Würze, die anfangs noch recht kantig wirkt und sich mit Luft deutlich zur geschmeidigen Seite hin entwickelt; sehr gut durch eine ordentliche Säure abgepuffert, darunter kann man eine kalkige Basis ausmachen. Der ordentlich lange Abgang zeigt vor allem die dichte, aber nicht zu fette bzw. aufdringliche Frucht, die gut austarierte Säure leistet auch hier gute Arbeit.

Dieser Roussanne vermittelt vor allem anfangs ein deutliches Gewürztraminer-Feeling, trotz sehr schöner Säure und unerwartet niedrigen 12,5 Umdrehungen ist der Wein aber für mich doch vor der „too much“-Grenze, wenn auch knapp. Paßte zwar recht schön zum Essen, ist aber doch eher selten bei uns passend, deshalb kein Nachkaufkandidat. Und wenn schon sowas, dann schau‘ ich da doch eher z.B. ins Eisacktal und nicht nach Australien. Machte aber deutlich mehr Spaß als der o.g. Viognier aus dem gleichen Haus, den ich für die verlinkte Weinrunde besorgt habe.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachtrag nach 48 Stunden mit Luft: in der Nase dominieren jetzt warme Aromen aus der Moderholzecke plus Torf. Am Gaumen ähnlich, kaum mehr Frucht, leicht lakritzig, die Säure ist immer noch recht potent. Auch der sehr lange und warme Abgang strengt aufgrund der schönen Säure nicht an.

Gefällt mir jetzt deutlich besser, auch wenn die Aromatik jetzt eigentlich etwas eindimensionaler ist. Strukturell und von der Wärme her aber sehr animierend, da könnte ich nachkauftechnisch nun doch glatt nochmal schwach werden…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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