Scheu vom See – Relaunch

Am vergangenen Montag mußte nach dem Kuhn’schen Muskateller noch ein weiterer Frischespender d’ran glauben:

2014er Scheurebe – Meersburger Sängerhalde – 470 „Ob‘ dem See“ – trocken – Qw, Aufricht, Bodensee

Farblich ein dichteres Strohgelb, riecht nach grün-gelber Frucht wie Karambole, weißer Johannisbeere, Kiwi und ein bißchen Stachelbeere sowie etwas Kerbel. Am Gaumen ebenfalls diese frisch-grüne, aber nicht unreife Frucht, die Säure ist deutlich, aber nicht vorlaut, steinigerseits was Flußkieseliges. Vom Abgang hat man mehrere Minuten was, die gar nicht laute, aber doch präsente Grünfrucht gibt hier klar den Ton an.

Superfrische Scheurebe, die aktuell keinerlei Altersnoten zeigt und den Spagat zwischen unbeschwerter Frische sowie anspruchsvoller Aromatik souverän hinbekommt; da gibt’s nix Plakatives bzw. Vordergründiges aber auch nichts Akademisches. Auch hier eine Hochstufung zum „3er“:

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 15. Februar 2018:

Heute habe ich mal wieder einen Seewein aus den Regalen gezogen. „Die beste Scheurebe vom Bodensee, die ich kenne!“ könnte ich jetzt PdP-mäßig hinausposaunen. Allerdings kenne ich auch nur eine und das ist die

2014er Scheurebe – Meersburger Sängerhalde – 470 „Ob‘ dem See“ – trocken – Qw, Aufricht, Bodensee

Die Farbe ist ein schönes Goldgelb mit Ockertouch, für die Nase gibt’s Josta-Beere, Karambole und Mirabellen, weiters Koriandersaat, auch was leicht herb-nussiges. Am Gaumen zeigt sich die Frucht auf der leicht herb-reduktiven Seite, hier sind vor allem wieder Karambole und Mirabelle, aber auch ein bißchen Limette bzw. Pampelmuse und etwas Tamarinde aktiv. Darunter liegt eine ganz eigene, steinige Mineralik, die etwas in die herb-schieferige Richtung mit Moosansatz und Magnesium- sowie Chinin-Beigabe schaut. Die Säure ist in schöner Balance mit dem Extrakt und hält klar den frischen Charakter hoch. Der Abgang ist von ordentlicher Länge und hat was leicht Campari-haftes, Frucht und Steine spielen auch schön mit.

Dieser 470 zeichnet sich vor allem durch seine eigenständige Mineralik aus. Je Luft, desto runder und auch intensiver wird die ganze Sache; ist von allen bisher probierten Jahrgängen der schönste, weil es der eigenständigste und kantigste Wein ist ohne dabei über die Maßen anzuecken.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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