Weiße Tradition – Relaunch 3

Relaunch 3! Also schon 4 Verkostungen ein und desselben Weins! Jedenfalls in diesem Beitrag. Sowas wird’s künftig kaum noch geben, da die Zeiten, in denen ich Weine im Sechserpack oder noch mehr gekauft habe, quasi vorbei sind. Das passiert allenfalls noch mit Fläschchen, die mehrheitlich zum Verschenken gedacht sind, insbesondere an Geschäftsfreunde zu Weihnachten. Bei diesem Wein

2013er Nosiola – Palustella – Trentino DOC, Roberto Zeni, Trentino

habe ich mir damals auch gedacht, daß ich den ein oder anderen verschenken könnte, aber tatsächlich hab‘ ich bis jetzt alle selbst weggepichelt, den ersten kurz bevor ich mit diesem Blögchen angefangen habe. Insgesamt also nun die 5. Flasche, die erste halt undokumentiert.

Farblich ein mittleres Goldgelb, fürs Näschen gibt’s leicht nussig-cremig anmutende Gelbfrucht wie Mirabelle, gelbe Kaktusfeige und gelbe Kiwi, insgesamt aber auf der beschwingten Seite angesiedelt. Am Gaumen schön stoffig ohne mastig zu wirken, das Nussig-cremige ist hier weniger ausgeprägt, dennoch ist der Nosiola alles Andere als dünnflüssig; die Säure erscheint moderat, verrichtet ihre Arbeit aber vorzüglich, dazu gibt’s eine kleine Pfefferspur sowie was Kreidiges, ein Hauch staubiger Keller schwingt mit. Der Nachhall hallt ordentlich lang, auch hier recht viel Substanz, die mit Leichtigkeit präsentiert wird.

Der „Palustella“ wirkt heute allenfalls erwachsen und bewegt sich strukturell nun irgendwo zwischen Chenin blanc und Chardonnay, wenn man zur Einordnung die bekannteren Rebsorten bemühen möchte. Nicht nur wenn man auf den Preis schaut, ein super Wein mit hoher Ausdauer! Ein Fläschchen ist noch da…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 18. Mai 2018:

Heute schon wieder eine Drittverkostung, diesmal von einem Trentiner Autochtonen:

2013er Nosiola – Palustella – Trentino DOC, Roberto Zeni, Trentino

Im Glas unauffällig zwischen stroh- und goldgelb, farblich deutet nichts auf eine fortgeschrittene Reifung hin. Das Bukett zeigt wieder Nüsse, vor allem eine Mandelnote, gleitet aber etwas in Richtung Macadamia ab, fruchtseitig zeigt sich sowas wie Akees oder gelbe Pitahaya. Am Gaumen eine ähnliche gelb-weiße, ganz leicht mehlige Frucht, der Nosiola wirkt nun deutlich cremig, von der berüchtigten „Breite“ sind wir aber noch ein gutes Stück entfernt. Die Steine haben ihren Auftritt jetzt vor allem beim recht langen Abgang, auch hier recht fruchtig-cremig, jedoch immer noch mit genügend Säure-Gegendruck.

Wirkliche Alterungsnoten zeigt der Nosiola noch nicht, der fortschreitende Umbau macht ihn mittlerweile eher zu einem reinen Essensbegleiter (paßte heute schön zum gegrillten Huhn mit gefüllter Paprika), als Solisten würde ich ihn nicht mehr einsetzen. Nach wie vor aber ein Wein mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis! Und weil ich diese Nußaromatik in Verbindung mit einer eigentlich eher unkomplizierten Struktur recht gerne mag, bleibt’s bei der hohen Nachkaufwertung.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend noch der Text der Verkostung vom 25. Februar 2016:

Nachdem ich vor einigen Tagen einen Nosiola von der Konkurrenz im Glas hatte, der sich sehr schön entwickelt hat, wollte ich wissen, ob auch der entsprechende Wein von Roberto Zeni eine vergleichbare Entwicklung vollzogen hat:

2013er Nosiola – Palustella – Trentino DOC, Roberto Zeni, Trentino

Im Glas ein helleres Goldgelb. Geruchlich deutlich gelber als vor einem ¾ Jahr. Die Nußaromatik rangiert aber noch vor Pfirsich und reifem Apfel. Auch eine leichte Braunwürze ist vernehmbar. Am Gaumen ebenfalls Äpfel, weiters geröstete Pinienkerne, herbe Kieselaromatik. Mit der moderaten Säure kommen Limettenzesten und ein leichter Bitterton. Recht extraktreich, dennoch stilistisch auf der leichteren Seite. Nachhall im mehrere-Minuten-Bereich, herb-fruchtig mit leichtem Bitterchen.

Der Nosiola von Roberto Zeni präsentiert sich jetzt ebenfalls deutlich dichter und runder zugleich. Vielleicht braucht diese Rebsorte generell ein bißchen Reife. Und irgendwie hat diese Traube was, was mich über die Maßen anspricht, daher nun:

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3

Nachfolgend noch der Originaltext der ersten Verkostung:

Heute wieder mal einer meiner Urlaubsweine:

2013er Nosiola – Palustella – Trentino DOC, Roberto Zeni, Trentino

Nosiola ist die einzige weiße autochtone Rebsorte im Trentino. Anscheinend erlebt diese Sorte im Rahmen einer allgemeinen Rückbesinnung an die Wurzeln der Weinbauregion eine moderate Renaissance. Auch Roberto Zeni liegt diese Traube nach eigenem Bekunden sehr am Herzen, weil sie anders als die anderen weißen Sorten eine Jahrhunderte lange Geschichte in der Region hat.

Strohgelbe Farbe im Glas. In der Nase gleich eine sehr fruchtige und eigenständige Aromatik nach grünem Apfel, Kräuterwiese und Zitronenzesten. Einige würzige Noten. Am Gaumen dazu leicht nussige Töne, etwas Mineralik, recht trocken, aber mit vernehmbarer Extraktsüße, schöne, nicht dominierende Säurestruktur. Im Abgang dezent ein paar Bittermandeln, etwas Spekulatius, mittellang anhaltend.

Für gut 9 EUR ab Hof ein schöner Gesellschaftswein, unkompliziert, dabei keineswegs banal, mit eigenem Charakter, insgesamt sehr schön gemacht. Kann man sich dran gewöhnen. Hat mir beim Probieren von den Basisweinen von Roberto Zeni insgesamt am besten gefallen.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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