Der Nico aus Eppan – Relaunch

Gestern habe ich zum Essen mal wieder meine Südtiroler Bestände aus 2014 weiter dezimiert:

2014er Sauvignon [blanc] – Nico – Südtirol DOC, Stroblhof, Südtirol

Die Farbe ist ein mittleres Messing, riecht deutlich sauvignonig nach Stachelbeere, grüner Kiwi, Estragon und Beifuß, schon leicht angereift / reduziert, aber ohne -zumindest anfangs- in die Gelbfruchtigkeit abzubiegen; mit Luft mischt sich dann auch eine kleine Kaki ein. Geschmacklich kommen dann jedoch schon zu Beginn ein paar (hell-) gelbe Aromenfetzen aus der Mirabellenecke ins Spiel, die Säure ist jugendlich kantig, aber nicht spitz oder gar grün, ein Hauch Cremigkeit zeigt sich, die Kräuterseite hat auch ein paar schärfere Zutaten wie Koriander parat, ein paar eher kühl-blaue Steine bilden das Fundament, auch hier ploppt mit zunehmender Oxidation was Kalkiges auf. Nachhallmäßig bewegen wir uns im Mehrminutenbereich, hier nochmal einen Tick reifer bzw. gelber, ohne den Frischegrad irgendwie abzuschwächen.

Mir gefällt am „Nico“ aktuell vor allem, wie er seine weitestgehend grün gebliebene Reife präsentiert, auch wenn die sich langsam intensivierende Gelbfrucht das etwas relativiert; diesen Spagat zwischen Frische und Alter unter Beibehaltung aller derer Vorzüge habe ich eher selten erlebt. Macht auch nicht den Eindruck, als ob der Wein sich schon auf dem Abstieg befindet, eher wird der Wein anscheinend erst jetzt zu dem, was er eigentlich ist, denn im Gegensatz zur Erstverkostung ist es nun ganz klar, um was für eine Rebsorte es sich hier handelt.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 28. Dezember 2016:

Heute gab’s zum Resteessen diverse Südtiroler zur Auswahl, aus der Runde wurde schließlich der

2014er Sauvignon [blanc] – Nico – Südtirol DOC, Stroblhof, Südtirol

auserkoren. Es gibt nur 3 Weißweine sowie etwas Blauburgunder von diesem kleinen Weingut, das eigentlich in erster Linie Hotelbetrieb mit angegliedertem Weinbau ist. Die Weine sind allerdings alles andere als „nebenher“ produziert.

Ein helleres Goldgelb zeigt sich im Glas, in der Nase recht gelbfruchtig mit leicht grünlichem Touch: Abate-Birnen, Honigmelone, Netzmelone, im Hintergrund ein paar Kräuter wie Thymian und Minze. Am Gaumen auch diverse Melonen, dazu Lychee und Holunderblüten, weiters Macadamia, neben den Kräutern eine leichte Braunwürze. Der nicht geringe Extrakt wird durch die schöne Säurestruktur gut in Schach gehalten. Der Nachhall hallt mehrere Minuten und repetiert die oben beschriebene Aromatik nochmal sehr schön mit hoher Intensität.

Ich denke, ich hätte diesen SB nicht so ohne weiteres als solchen blind erkannt, nur die Kräuterigkeit hätte einen Hinweis liefern können. Dichter Extrakt bei gleichzeitig schöner Säurestruktur, und das in einem eher schwierigen Jahr. Da hat jemand alles richtig gemacht. Viel Spaß für moderates Geld für Südtiroler Verhältnisse!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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