Gar nicht mal so kühl… – Relaunch

Es ist bei diesem Wein erst 1½ Jahre her, daß ich ihn zuletzt im Glas hatte, aber einerseits hab‘ ich mir ja in letzter Zeit vorgenommen, die 14er Südtiroler jetzt langsam mal wegzutrinken, andererseits fiel mir dieser Sylvaner bei den Überlegungen hinsichtlich eines passenden Essensbegleiters zuvorderst ein:

2014er Sylvaner – Südtirol Brixner Eisacktaler DOC, Köfererhof, Südtirol

Im Glas ein helleres Messing, riecht gleich recht dicht nach reifer, aber auch reduzierter Frucht wie Backapfel und Physalis, leicht auch noch Steinobst, welche mit einiger, aber geschmeidiger Würze daherkommen. Am Gaumen durch frisch geschlagene Eiche sehr warm wirkend, die Frucht ist hier noch sekundärer aufgestellt, dezent etwas weicher Torf, gar nicht mal soo viel Säure, dennoch gut flüssig bei leichter Cremigkeit, stein- bzw. salzmäßig denke ich an eine Art braunes Würzsalz, welches im Finale eine ewige Spur hinterläßt, zu der sich auch noch ein bißchen Piment gesellt.

Sehr schön würziger Sylvaner, der so ganz anders gestylte Reifenoten aus der Torf- und Tabakecke zeigt, als ich diese insbesondere von den fränkischen Vertretern kenne, dazu diese recht markante Salzspur, was dem Wein auch eine hohe Eigenständigkeit verleiht. Hat sich in dieser vergleichsweise kurzen Zeit seit dem Erstkontakt schön und auf gleichem Niveau weiterentwickelt und ist noch lange nicht am Ende. Vielleicht sollte ich das 14er-Thema zumindest bei den Eisacktaler Weinen etwas entspannter sehen?

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 08. März 2019:

Gestern war Südtirol-Zeit und ich habe mal wieder was aus dem höchsten Norden dieser Weinbauregion aus dem Keller geholt:

2014er Sylvaner – Südtirol Brixner Eisacktaler DOC, Köfererhof, Südtirol

Die Farbe ist ein eher helles Goldgelb, nasenmäßig gibt’s ordentlich Weinbergspfirsich und Mirabellen, leicht mit Palmzucker und Schnupftabak gepudert, mit Luft im Ansatz auch torfig. Geschmacklich kommt die Frucht auch recht dicht und reif daher; wieder deutlich -aber nicht vorlaut- einige Braunwürze, die Säure arbeitet effektiv, drängt sich aber nicht vor, ganz im Hintergrund ein leicht herbes Steinbett. Der Abgang ist von ordentlicher Länge, recht intensiv würzig-fruchtig, dennoch fluffig und unangestrengt.

Ich bin immer wieder erstaunt, was für gehaltvoll-komplexe Sachen aus der schon recht hoch gelegenen Brixener Ecke -in diesem Fall Vahrn bei Neustift- kommen, in der sich der Weinbau im Wesentlichen auf 600 bis 900 m Höhe abspielt. Kühl und karg ist das jedenfalls nicht, was da mehrheitlich in die Flaschen gespült wird, aber eben auch nicht behäbig und sättigend, da bei allem Gehalt in der Regel auch eine schöne Säure kontra gibt. Auch dies ein sehr schöner, leicht angereifter Sylvaner mit Brixener Prägung, sowas findet man in D praktisch gar nicht, ist mir zumindest noch nicht untergekommen. Vor allem gefällt mir die schöne Balance zwischen Extraktdichte einerseits und beschwingtem Trinkfluß andererseits.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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