Klassik-PN

Heute gab’s die Gelegenheit, zum Essen ein Pinötchen aufzumachen und ich habe mich entschlossen, eine der Flaschen mit sehr klassischem Etikett aufzuziehen; ob der Inhalt genauso daher kommt?

2015er [Pinot noir] – Le Clos du Roy – Mercurey 1er cru AC, Domaine Faiveley, Bourgogne

Farblich ein dunkleres Rubinrot mit mittlerer Transparenz im Glas, riecht nach einem leichteren Schwarzkirsch-Pflaumen-Mix mit warmem Holz in Form von Rindenmulch mit etwas Vanille. Schmeckt dann in erster Linie auch in eleganter Weise nach dem genannten Holz plus einem Hauch Holzteer, die Säure ist perfekt balanciert, untend’runter ein fast neutrales Steinbett mit etwas Ackerscholle. Der schön lange Abgang läßt wieder etwas mehr Pflaume durchblitzen, die bei aller Reife aber weit vom Kompott entfernt ist; im Finale dann ein ultraweiches Totholzbitterchen.

Das ist nun Burgund in seiner wahrscheinlich traditionellsten Form, ohne Fehl und Tadel gemacht und durchaus mit Freude zu trinken, irgendwie aber auch ein Crowdpleaser auf hohem Niveau, der wenig fordernd auftritt und vermutlich auch kaum jemanden verschreckt, für mich ein bißchen arg unspannend. Ist jetzt aber auch nicht verwunderlich, daß ein seit fast 200 Jahren bestehendes Weingut mit 110 ha Anbaufläche eher für die betuchtere Masse produziert und nicht unbedingt für die Nerds unter uns. Für 28 Euronen je Flasche macht man hier zwar nichts falsch, aber ich persönlich schaue für das Geld auch im Burgund lieber nach expressiveren Pinot noirs, also kein Nachkauf in diesem Fall.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 19 von 25

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