Gereifter Pizza-Wein – Relaunch

Es wird mal wieder Zeit für einen nicht mehr ganz jungen Italiener, von dem ich auch noch mehr als diese heute geöffnete Flasche im Keller habe:

2008er [Cuvée] – Reoltre – Rosso Veronese IGT, Campo Reale, Veneto

Im Glas ein sehr dunkles Rubinrot mit leicht braunen Rändern, quasi nicht durchsichtig. Riecht in erster Linie nach Dörrpflaumen und getrockneten Feigen, relativ zu der Dörrfrucht ein eher dezent wirkendes Holz in Form von Kaffee, Nelke und Vanille, irgendwann auch was Malziges. Am Gaumen setzt sich das im Wesentlichen so fort, wirkt hier insgesamt noch etwas reifer, jedoch in keinster Weise morbid; die Säure hält den Wein noch ganz gut auf der unangestrengten Seite, darunter ein herb-fluffiges Steinbett. Der Reoltre hängt sich abgangsmäßig ziemlich lang im Rachen fest, hier wird’s dann auch leicht holzteerig, bleibt aber im angenehmen Bereich.

Der Reoltre hat sich alterungsmäßig leicht weiter entwickelt, alles ist noch gut im Lot, aber meiner Meinung nach ist nicht zu erwarten, daß der Wein in nächster Zeit noch betörende Entwicklungen durchmacht. Vielleicht bleibt er noch eine Zeit lang auf diesem Niveau, aber die Höhe der ersten Begegnung erreicht er nicht mehr ganz.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 18. September 2018:

Heute gab’s Pizza, natürlich von A-Z selbst gemacht! Ich kann mich nicht erinnern, daß ich zu diesem italienischen Klassiker schon mal was anderes als einen Wein aus I getrunken hätte, käme mir irgendwie wie Frevel vor. Deshalb heute ein

2008er [Cuvée] – Reoltre – Rosso Veronese IGT, Campo Reale, Veneto

Diesen Wein habe ich schon mal als 2011er vorgestellt. Den habe ich damals geschenkt bekommen und da ich nach der Verkostung gegenüber dem Schenker unvorsichtigerweise bemerkt habe, daß das sehr viel Wein für’s Geld war, habe ich zum nächstbesten Anlaß dann noch eine ganze Kiste mit dem 2008er bekommen, der genauso eine Cuvèe aus Corvina, Corvinone und Rondinella ist.

Die Farbe ist ein recht dunkles Rubinrot mit mäßiger Transparenz, ganz leichte Braunschimmer kann man erkennen. Ich rieche als erstes mal intensiv Pflaumen in leicht angedörrter Form, jedoch nicht kompottig; dazu eine kräftige, aber nicht übertrieben wirkende Holzaromatik in Form von Vanille, Espressopulver, etwas Nelke und angeschwitztem Lederkragen, später auch Süßholz und leicht Karamalz. Im Mund setzt sich das fast 1:1 fort, die Pflaumen sind hier allerdings etwas weniger präsent. Was an Tanninen da ist, ist erst mal butterweich, dennoch kommt ein kleines, nussiges Bitterchen mit. Säure ist ausreichend vorhanden, sodaß der Wein trotz 14,5 bar Druck auf dem Kessel nicht ins machohafte abgleitet. Steinmäßig gibt’s was dezent glimmerig-herbes als Unterlage. Der Nachhall hallt im Mehrminutenbereich, die Dörrpflaumen haben hier nochmal einen großen Auftritt und zwar mit super Säurebegleitung. Dann holt langsam aber sicher die würzige Seite auf und übernimmt das Ruder, ohne zu fett zu werden.

Auch hier ist ordentlich was im Glas, aufgrund der weiter fortgeschrittenen Reife sind halt z.B. keine Kirschen mehr da, die Holzseite glänzt dafür aber mit einer Fülle differenzierbarer Aromen, ohne dabei anstrengend zu werden. Alles in allem läuft’s auf die gleiche Bewertung wie beim 11er hinaus:

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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