Süffiger Fruchtsaft – Relaunch

Es gibt mittlerweile auch Weine, die ich hier im Blögchen vor mittlerweile mehr als vier Jahren beschrieben und seither -trotz positivem Bestand- nicht erneut beachtet habe; einer davon ist der

2013er Sylvaner – Rödelseer Küchenmeister – trocken – Erste Lage, Weltner, Franken

Farblich nunmehr ein dichtes Goldgelb, immer noch eine ganz leichte CO2-Entwicklung erkennbar (Schrauber!). Riecht sehr intensiv nach einem mit Torf und Tabak verfeinerten Fruchtmix aus Physalis, Kaki und Aprikose. Am Gaumen bestätigt sich dies, hier kommen noch Minneloa und einige Wiesenkräuter dazu; die Säure agiert souverän im Hintergrund, auch hier die schöne, noch dezente und doch prägende Silvaner-Alterungsnote aus Tabak und Torf auf leicht bemoostem Tuffstein. Der sehr lange Nachhall betont den klar orangen Fruchtmix am deutlichsten, der Wein bleibt aber klar auf der ernsthaften und auch -relativ- frischen Seite.

In seinem jetzigen Stadium ist dieser nunmehr leicht und dabei perfekt angereifte Sy(i)lvaner schon eine deutliche Ansage! Zum einen schafft er es, auch einem gehaltvolleren Risotto mit Gelben Beeten und Kräutersaitlingen Paroli zu bieten, er macht aber auch beim „Glas danach“ keinerlei Probleme in Hinsicht auf den Trinkfluß. GG’s aus dieser Rebsorte sind nicht unbedingt die bessere Wahl…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 05. Mai 2016:

Nachdem ich die 2008er und 2014er ja schon vor einiger Zeit vorgestellt habe, war jetzt mal der

2013er Sylvaner – Rödelseer Küchenmeister – trocken – Erste Lage, Weltner, Franken

dran, von dem ich mir erhofft habe, daß er bereits eine Dichte erreicht hat, die der Nachfolgejahrgang zuletzt noch etwas vermissen ließ.

Helleres Gold- bis Strohgelb im Glas, in der Nase auch recht gelb, aber frisch fruchtig: Pfirsich, Mango, Mirabelle, auch etwas Rote Eßbanane und ganz leicht in Richtung Dattel. Am Gaumen anfangs immer noch leicht prickelnd, dabei auch fruchtbetont auf der gelben Seite, hier ebenfalls Pfirsich, weiters Aprikose und Andenbeere sowie Schalen von Minneloas. Einige samtige Mineralien findet man, die sich dezent, aber bestimmt hinter den Früchten einordnen. Der Sylvaner ist sehr cremig, die butterweiche Säurestruktur sorgt für ordentlichen Trinkfluß trotz des nicht geringen Gehalts. Der Abgang ist ebenfalls vorwiegend fruchtig, dabei auch sehr geschmeidig und hält eine gute Zeit lang an.

Dicht und süffig (ich mag dieses Wort eigentlich gar nicht, aber es paßt hier so gut) zugleich. Der Sylvaner ist zwar erst knapp 3 Jahre alt, aber er zeigt schon eine sehr schöne Entwicklung, die aufzeigt, wo die Reise in den nächsten Jahren hingehen könnte. Bis zur nächsten Flasche dann!

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3

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