Nicht auf’s Etikett schauen… – Relaunch

Ich hab noch was im Keller gefunden, das ich eigentlich gar nicht mehr hätte haben dürfen, hab ich mich wohl beim Eintrag in die Kellerliste seinerzeit vertippt. Jedenfalls hab ich mir beim Anblick der verbliebenen Flasche gedacht, daß ich diese nun wohl besser ihrer finalen Bestimmung zuführen sollte:

2010er Kerner – Aristos – Südtirol Eisacktaler DOC, Eisacktaler Kellerei, Südtirol

Farblich ein deutliches Altgold, riecht intensiv nach herbem Honig und Beifuß sowie einigem Firn der noch angenehmen Sorte. Schmeckt dann auch so, zur sehr gereiften Honigfrucht gesellen sich herb-bittere Kräuter sowie ein kleiner, durchgebrannter Leistungsschalter; die Säure ist noch recht lebendig, steinseitig eher was Kühles, mit Teer kontaminiert. Der Abgang lebt in erster Linie von dem herb-bitter-honigsüßlichen Extrakt, der von der Säure gut fließfähig gehalten wird.

Um diesen Kerner noch zu mögen, muß man schon auch auf reifere Sachen stehen, er wirkt zwar noch nicht morbide, sondern steht noch gut im Saft, aber Firnis und „Alterskräuter“ sind schon ziemlich präsent, die beim Erstkontakt noch vorhandenen, teils recht knackigen Kanten weist zumindest diese Flasche (nicht) mehr im Übermaß auf. Verlangt auch nach einem kern(er)igen Essen (wie Pizza mit Gorgonzola, schwarzen Oliven und Zwiebeln), solo ist das eher nix mehr…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 6. Dezember 2017:

…darf man bei diesem etwas älteren Exemplar der Klausener Genossen:

2010er Kerner – Aristos – Südtirol Eisacktaler DOC, Eisacktaler Kellerei, Südtirol

Man soll ja nicht vom Äußeren auf’s Innere schließen, aber wirklich einladend finde ich dieses Design nicht. Zum Glück haben die Eisacktaler ihre Flaschen mittlerweile etwas aufgepeppt. Aber nun zum Inhalt:

Im Glas ein mittleres Goldgelb, welches etwas in Richtung Messing schielt. Für die Nase gibt’s nach etwas Anlaufzeit vornehmlich exotische Früchte wie Guave, Pitahaya und gelbe Kaktusfeige, die allesamt durchaus reif, aber nicht übermäßig dicht wirken. Am Gaumen wirken diese Früchte leicht cremig, die Säure ist zwar nicht hochkonzentriert, arbeitet aber durchaus effektiv und sorgt für eine niedrige Viskosität. Anfangs wirken deutlich verbranntes Plastik und Gulasch etwas abschreckend, mit etwas Luft verschwinden diese Störenfriede jedoch fast vollständig, sodaß nur noch eine interessante Kante übrig bleibt. Der Abgang ist herb-fruchtig, dazu wieder die leicht angebrannte Mineralik und ein Chinin-Bitterchen beim Finale.

Kein alltäglicher Kerner, auch kein „Pleaser“, die Aromatik ist schon ein bißchen eigen und anfangs fast etwas abschreckend. Dann aber macht dieser „Aristos“ einigen Spaß, wenn man geschmacklich nicht zu eingefahrenen ist.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

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