Rother Weißer – Relaunch

Das mittlerweile Ex-VDP-Weingut Roth war jetzt mal wieder dran zu zeigen, was seine Weinchen mit etwas Reife auf dem Buckel zu leisten imstande sind:

2014er Silvaner – Alte Reben – trocken – Qw, Roth, Franken

Ein sattes Goldgelb im Glas, ganz leicht bizzelig. Riecht nach weißgeräuchertem, sehr reifem und konzentriertem Steinobst plus Physalis und Kaki, ergänzt durch ein paar grünliche Noten von Reneclaude und entsprechender Walnuß. Am Gaumen setzt sich das im Wesentlichen so fort, der amtliche Extrakt präsentiert sich jedoch mit fast spielerischer Leichtigkeit, die gar nicht mal so präsent wirkende Säure arbeitet eher im Hintergrund, eine leichte Spur aus Salz und Pfeffer sorgt für Spannung. Der recht lang hallende Nachhall zeigt im Prinzip die gleiche Aromatik, hier ist der Zusammenhalt der Fraktionen jedoch nicht so groß wie beim Mundgefühl, was zu einem kleinen „Schade“ führt.

Insgesamt ein sehr schöner, salzig-würziger Silvaner, der nur beim Abgang kleine relative Schwächen zeigt, aber das ist jetzt meckern auf relativ hohem Niveau.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 28. November 2016:

Vor ein paar Wochen war ich ja auf einer Frankenweinprobe in München und habe im Anschluß daran u.a. auch beim Weingut Roth ein paar Fläschchen bestellt. Dabei ist das Gut keine unbekannte Größe für mich. Ich bin zuerst mit Roth’schen Rotweinen in Berührung gekommen und bei einer unserer letzten Weinrunden gab’s dann den ersten Weißwein -einen Sauvignon- der mir äußerst gut gefallen hat. Spätestens da war klar, daß ich mich auch um die restlichen weißen Gewächse des Hauses kümmern muß. Den Anfang machen wir mal mit dem

2014er Silvaner – Alte Reben – trocken – Qw, Roth, Franken

Im Glas ein schön sattes Goldgelb, in der Nase Nektarine, grüne Birne, etwas Orangenschale, alles auf der eher frischen Seite angesiedelt. Später auch Pfirsich, die Orange intensiviert sich und die Birne wechselt langsam die Farbe. Dazu kann man hier auch schon ein paar Steinchen wahrnehmen. Am Gaumen auch schön frisch und fluffig, die Früchte sind irgendwie seidig eingepackt, die Säure ist ein bißchen keck unterwegs (was hier nicht negativ gemeint ist), dazu eine einerseits leicht basisch, andererseits an Soda anmutende Mineralik. Der Nachhall zeigt eine schöne Balance zwischen Steinen und Früchten und bleibt dabei recht lange auf der frischen Seite.

Sehr schöner, leicht wirkender und dennoch vielschichtiger Silvaner mit einem gewissen Nachdruck (vor allem, wenn man ihm etwas Zeit läßt), der den Spagat zwischen Trinkfluß und Anspruch ohne Anstrengung hinlegt.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3

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