Süditalien kann auch anders – Relaunch

Soweit möglich, stelle ich beim Essen auch gerne einen regionalen Bezug her, gestern paßte meiner Meinung nach mal wieder was aus den spärlicher gefüllten Kellerflügeln, welche den südlicheren Italienern vorbehalten sind:

2016er [Greco bianco] – Vigna Cicogna – Greco di Tufo DOCG, Benito Ferrara, Campania

Farblich ein leicht ockeriges, helleres Altgold, fürs Näschen gibt’s einen dunkelgelben, sekundären Fruchtmix aus Kaki, Physalis und Aprikose, mit Büschelblumenhonig garniert, dazu auch ein leichter Wind aus herben, gerebelten Kräutern. Schmeckt dann auch recht dicht nach dieser Fruchtmélange incl. Honig; die Süße aus Frucht und dem beliebten Bienenprodukt ist recht deutlich, die Säure hält jedoch alles sehr niederviskos, Zuckerschwänzchen und / oder Breitenwirkung gibt’s hier nicht mal im Ansatz. Nach Mineralik muß man aufgrund der Fruchtdominanz schon suchen, man findet aber eine schöne Salzspur, die sich dann jedoch beim sehr langen Abgang sehr deutlich in Szene setzt und vor Allem im Finale für ordentlich Speichelfluß sorgt.

Weißweine aus Süditalien sind nur in Ausnahmefällen was für mich, nämlich dann, wenn die Winzer eine animierende Säurestruktur hinbekommen, was auch im eher warmen Kampanien keine Selbstverständlichkeit ist. Hat sich auch seit dem letzten mal sehr schön nach vorne entwickelt und zeigt keinerlei Schwächen.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 19. Januar 2018:

In einigen unserer letzten Weinrunden kamen auch diverse weiße Italiener -viele aus dem Süden- ins Glas, die mehrheitlich etwas breit und / oder dropsig daherkamen. Sicher ist auch das ein Grund, warum die Südtiroler Weißweine in ganz Italien sehr beliebt sind, denn hier findet die Frische nach meiner persönlichen Erfahrung deutlich öfter ins Glas als bei den Weinen aus dem „richtigen“ Italien. Aber keine Regel ohne Ausnahme, daher gestern wieder mal ein Test mit einem kampanischen weißen Gewächs:

2016er [Greco bianco] – Vigna Cicogna – Greco di Tufo DOCG, Benito Ferrara, Campania

Im Glas ein leicht rötlich schimmerndes Goldgelb, das Bukett zeigt leicht angecremte Früchte wie Kaktusfeige, etwas Kaki sowie Physalis, auch Bananenschale und ein paar Nüßchen. Auch am Gaumen eine leicht cremige, an Chardonnay erinnernde Textur, die aber aufgrund der doch etwas betonteren Säure nicht wesentlich in die Breite geht. Dabei schiebt sich diese Säure mit der Zeit noch ein gutes Stück nach vorne. Die Frucht wird hier noch durch was Mandariniges mit ein paar wenigen Bitterstoffen ergänzt. Das Steinbett ist deutlich und dreht vor allem beim Abgang schön und lange auf.

Dieser GdT ist tatsächlich wohltuend anders als so manches teils sogar anstrengende süditalienische Weinchen, auch wenn man ihn nicht unbedingt in die Riege der Frischemonster einordnen kann. Die Säurestruktur hält den Wein dennoch klar auf der niederviskosen Seite, macht auch aufgrund seines nicht alltäglichen Aromenmix einigen Spaß.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s