Crassonay – Nachtrag

Auch in 2021 flaut meine Liebe zu den etwas anderen Weinen nicht ab, deshalb gleich am ersten Tag ein hoffentlich schöner Juraner:

[2017er] [Chardonnay] – Victor de la Combe – Vin de France, Ganevat, Jura

Im Glas ein trübes, leicht grünliches Ocker, in der Nase Zündplättchen und Trennschleifer mit Grapefruit- und Limettenzesten. Am Gaumen eine recht fordernde, von Zitronen, Limetten und Tamarinden unterstützte Säure, etwas Earl Grey Tee, braunes Schießpulver und Vitamin C-Brausetabletten mit Magnesium. Letztere bestimmen auch den minutenlangen Abgang, die kantige Zitrusfront spielt hier trotz aller Mächtigkeit nur die zweite Geige.

Sehr spannender, hyperfrischer Chardonnay, der deutlich fordert und nur knapp an der Grimassenbildung vorbeischrappt, sehr eigen, hoher Wiedererkennungswert und sehr geil, wenn man Chardonnay auch mal etwas krasser mag.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: nasal haben sich die mineralischen Noten deutlich filigranisiert, dafür taucht jetzt ein bißchen reduziertes Steinobst auf. Am Gaumen schiebt sich die Teefraktion leicht nach vorne, die Säure tendiert mehr zur Verjus-Seite hin, das Magnesium hat ebenfalls etwas aufgerüstet. Der Nachhall hallt nicht mehr ganz so kantig, hier kommen jetzt einige einerseits etwas schmeichelnde, aber auch deutlich herbe Gerbstoffe auf.

Ist nunmehr nicht ganz so spektakulär wie gleich nach dem Öffnen, qualitativ aber aus meiner Sicht kein Rückschritt, wenn man sich entsprechend auf den Wein einläßt.

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