Multipler Fusion-Baustein

Nachdem ich vor ein paar Tagen per Kommentar u.a. auch auf Joe Henderson hingewiesen wurde, habe ich heute mal flugs was von ihm aufgelegt:

Joe Henderson – Multiple

Dies ist ein Album aus dem Jahr 1973, bei dem neben Joe Henderson (ts) auch Dave Holland (b, e-b), Jack DeJohnette (dr), Larry Willis (e-p, synth) und Arthur Jenkins (perc, cga) mitgewirkt haben, beim Track „Tress-Cun-Deo-La“ wirkt auch noch James Blood Ulmer (e-g) mit, bei „Song For Sinners“ wird die E-Gitarre von John Thomas bedient. Das Album entstand in der Zeit, als die Fusion-Welle gerade so am Anlaufen war und noch nicht im Kommerzsog gefangen war, viele Musiker versuchten, auf den Zug aufzuspringen und ihren Platz in dieser Strömung zu finden. Bei „Multiple“ meine ich zu erkennen, daß die Basis der Stücke noch deutlich im Hard-Bop verwurzelt ist, die Einflüsse von den Miles Davis-Alben „Bitches Brew“ über „Live-Evil“ bis „Big Fun“ und „Get up with it“ (auch wenn letztere erst 1974 veröffentlicht wurden) sind aber schon sehr deutlich zu erkennen, vor allem beim „Song For Sinners„. Kein Wunder, Jack DeJohnette und Dave Holland waren zu der Zeit immer wieder mit Miles Davis auf Fusion-Kurs und so schwappten wohl viele Einflüsse zwischen den Gruppen ständig hin und her.

Insbesondere wenn man die musikalische Entwicklung des Jazz-Rocks bzw. Fusion von 1969 bis in die Mitte der 70er interessiert verfolgt, ist dieses Album ein sehr schöner und in sich auch schlüssiger Baustein dieses kleinen, aber feinen Teils der Musikgeschichte.

Meine Wertung: 3 von 4

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