…noch ein Bunn’scher Löss-Pinot – Relaunch

Ein Bunn-Pinötchen hatte ich schon einige Monate nicht mehr im Glas, wird also mal wieder Zeit. Beim Durchschauen, was ich von ihr so hab, fiel die Wahl dann auf eine weitere Flasche des

2016er Pinot noir – vom Löss – trocken – Qw, Lisa Bunn, Rheinhessen

der zuletzt vor bald zwei Jahren dran war und dabei eine recht ordentliche Figur machte (s.u.).

Im Glas ein mittleres Rubinrot mit leicht graubrauner Tönung, für den Riechkolben gibt`s vom Fleck weg waldige, leicht mit Pilzen garnierte, dunklere und ganz dezent ankompottierte Kirschen, mit etwas Luft verstärkt durch einige dunkle Waldbeeren, dazu ein bißchen sehr alte und leicht speckige Ledertasche sowie eine mindestens ebenso alte Zigarrenkiste. Am Gaumen ist jegliche Frucht bereits in einem sehr sekundären Stadium angekommen, auch hier die nasalen Sekundärnoten, ein Hauch Lakritze noch, weiters eine sehr beschwingte Säure, untendrunter eine recht erdig wirkende Basis ohne Breitenwirkung. Der Nachhall hallt ziemlich lang, die ledrige Waldlakritze bestimmt insbesondere das leicht wärmende Finale.

Insbesondere bei Beachtung des äußert günstigen Beschaffungspreises < 10 Euronen ist das hier ein ganz erstaunlich gut gelungenes Exemplar eines Pinot noir, der sein französisches Synonym nicht aus Angeberei vor sich her trägt. Ist zwar nicht die ganz feine Klinge, die hier geschwungen wird, aber die Balance der Aromen unter sich sowie mit Säure und Extrakt läßt aus meiner Sicht keinerlei Meckerei zu. Auch die Reifung ist während der vergangenen knapp zwei Jahre sehr schön verlaufen, vielleicht nur etwas schneller als erwartet; allerdings ist der „Löss“ ja auch sicher nicht für die Langstrecke gedacht…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 05. Mai 2019:

Vor einigen Monaten hatten wir bereits den 15er Löss-Pinot probiert, der anfangs „ganz nett“ war und erst nach zwei Tagen mit Luft richtig aufgedreht hat. Ob das mit diesem Jahrgang genauso ist?

2016er Pinot noir – vom Löss – trocken – Qw, Lisa Bunn, Rheinhessen

Die Farbe ist ein mittleres Rubinrot mit ebenso mittlerer Transparenz, in der Nase anfangs nur Kirsche, mit der Zeit zeigen sich auch Brombeeren und dezent großes Holz in Form einer kleinen Zigarrenkiste (sic!). Am Gaumen eine ähnliche Konstellation bzw. Entwicklung, die Frucht ist dicht, aber nicht plakativ, das Holz dezent, aber dennoch spürbar, schön balancierte Säure, feines Kiesbett. Der Abgang ist frisch-fruchtig mit schöner Länge und animierender Säure im Finale.

Wirkt sehr ausgewogen, dabei gar nicht „deutsch“, aber auch nicht wirklich burgundisch, sondern irgendwo dazwischen. Anders als beim oben verlinkten 15er blieb aber nichts mehr übrig, was ich nach zwei Tagen nochmals hätte nachverkosten können, machte aber „vom Fleck weg“ einen deutlich schöneren Eindruck als der vorherige Jahrgang.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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