Frucht-Exot aus P – Relaunch 2

Etwas mehr als weitere eineinhalb Jahre sind seit der zweiten Flasche vergangen, Zeit für eine neue Wasserstandsmeldung bezüglich des

2016er Alvarinho – Muros Antigos – Monção e Melgaço – Vinho Verde DOC, Anselmo Mendes, Minho

Farblich ein helleres Messing, in der Nase ganz leicht Sherry, dazu angereifte und deutlich sekundäre, teils sogar etwas mostige Karambole sowie gelbe Pflaume, einige Kräuter aus der gerebelt-braunen Ecke wie Beifuß und Oregano, dezent auch nussige Anklänge. Geschmacklich setzt sich das so auf der leicht angecremt-eleganten Seite fort, die Frucht wirkt hier fast etwas muffig bzw. angestaubt, jedoch nicht auf die unangenehme Art, eher etwas museal anmutend; die Säure ist allerdings ziemlich agil und bringt einigen Pep in den ansonsten mittlerweile etwas gesetzt wirkenden Alvarinho, steinseitig fällt mir Marmorstaub ein. Der recht lange Abgang ist der mineralischte Teil und relativ herb unterwegs, hier hilft die verbliebene Fruchtsüße jedoch sehr gut dabei, diese Herbheit auf der beschwingten Seite zu halten.

Einerseits wirkt der Muros Antigos für sein zartes Alter von gerade mal 4 Jahren (plus ein bißchen was) nun schon relativ weit fortgeschritten, jedoch nicht in der Form, als daß ich bereits großartige Abstriche bei der Bewertung machen müßte. Ein viel längeres Leben traue ich dem Wein aber nun nicht mehr zu.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 04. Mai 2019:

Nach nunmehr gut eineinhalb Jahren war es gestern mal wieder Zeit den

2016er Alvarinho – Muros Antigos – Monção e Melgaço – Vinho Verde DOC, Anselmo Mendes, Minho

anzutesten, vielleicht gab’s ja eine Vorwärtsentwicklung:

Die Farbe ist ein mittleres Strohgelb, in der Nase anfangs Stachelbeere, Karambole und grüner Apfel, später gelber werdend, dazu einige Kräuter wie Thymian, Estragon, Oregano, die nach einiger Zeit zunehmend von Anis angeführt werden. Am Gaumen dann eher gelbe Kaktusfeigen und Mirabellen, super schöne Säure, die Kräuter hier etwas dezenter, dazu ein Pfefferhauch. Mit der Zeit (über gut 1 ½ Stunden) bewegen sich die Kräuter hier ebenfalls deutlich auf die braunwürzige Seite, auch der Fruchtextrakt erstarkt signifikant. Der Abgang ist recht lang und zeigt im Finale auch Gesteinsmehl, welches die Früchte ummantelt.

Dieser Alvarinho startet erst mal fast schüchtern und sauvignonesk, um sich dann in einer schönen Reise zu einem dicht-frischen Rebsortenvertreter zu entwickeln. Gefällt mir aktuell deutlich besser als bei der Erstbegegnung.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 18. Dezember 2017:

Gestern gab’s mal wieder was portugiesisches zur Einstimmung:

2016er Alvarinho – Muros Antigos – Monção e Melgaço – Vinho Verde DOC, Anselmo Mendes, Minho

Die Farbe ist eher Messing- denn Goldgelb, in der Nase hellgelbe Exotik wie Karambole, Guave und gelbe Kaktusfeige. Am Gaumen ist die Frucht leicht herb und mit ordentlich Gesteinsmehl gepudert, die Säure ist kernig, aber nicht fordernd. Auch der Abgang ist zwar vordergründig exotisch-fruchtig, aber auch hier sorgen Mineralien und Säure für Freude.

Recht schöner und unkomplizierter Zechwein, der durch seine ausgewogene Struktur mit kleinen Kanten auch höhere Ansprüche durchaus befriedigen kann. Ist zwar kein unbedingter Nachkaufkandidat, macht aber trotzdem Spaß!

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

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