Angereifter Tischwein

Pandemiebedingt gab’s neulich ein sehr attraktives Sonderangebot von u.a. Gsellmannschen Basis- bis Mittelbauweinen, was mich dazu animiert hat, gleich einen ganzen Karton je Sorte mitzunehmen; frei nach dem Motto „da kann man nix falsch machen!“. Oder doch?

2016er Sauvignon blanc / Grüner Veltliner / Pinot blanc – Zu Tisch – trocken – Landwein Weinland, Andreas Gsellmann, Neusiedlersee

Die drei auf dem Etikett genannten Rebsorten verteilen sich gemäß der freundlichen Auskunft des Weinguts im Verhältnis 40 / 30 / 30.

Farblich ein ordentliches Altgold, nasal eine sehr dichte, dunkelgelbe und etwas sekundäre Steinobstnase mit tabakdotierter Aprikose und Sprengseln von Minneloazesten sowie Kastanienhonig. Am Gaumen setzt sich der geballte Angriff auf die Geschmacksrezeptoren ungehindert fort, die sehr potente Säure sorgt für hohe Agilität, eine Mischung aus Lakritz und Baumschwamm bringt ordentlich, aber nicht aufdringlich Würze ins Spiel; untendrunter ein paar leicht herbe, kühle Steinchen mit einem gehauchten Salzbitterchen. Der schön ausdauernde Abgang betont dieses animierende Steinbitterchen noch ein bißchen, auch hier eine super Balance zwischen Würze und frischebildender Säure sowie Zestenfetzen.

Diese Cuvée ist vermutlich eher für den Genuß im jugendlichen Alter gedacht, aber die gut 4 Jahre Reife stehen dem „Zu Tisch“ äußerst gut zu Gesicht. Ist einerseits voll entwickelt, ich würde jetzt aber keine Wette eingehen, ob sich der Wein nun vor oder schon nach seinem Zenit befindet. In jedem Fall ein super Zeuch mit einem außergewöhnlichen PLV, auch zum regulären Preis; alles richtig gemacht!

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

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