Aus der Zündholzfabrik… – Relaunch

Nach über zweieinhalb Jahren heute mal wieder eine Begegnung mit einem seinerzeit schon recht animierenden Warmjahrriesling, der damals schon kein wirklicher Warmjahrriesling war:

2015er Riesling – Laumersheimer – «vom Kalksteinfels» – trocken – Ortswein, Philipp Kuhn, Pfalz

Farblich ein leuchtendes Altgold, anfangs noch ein bißchen CO2-Entwicklung. Fürs Näschen gibt’s blauen Flint bzw. frisch geschnittene Blauköpfe, dahinter kantige, gelbe Zitruszesten plus etwas Kumquat. Am Gaumen knackig frisch, anfangs durch die Kohlensäure noch etwas verstärkt, hier ist der Zitruskorb dominierend mit Limette, Mandarine und Grapefruit, die Säure ist recht frech (vor allem für einen 15er!), die blaue Schleifscheibenmineralik ist nach wie vor prägend, aber hier nicht dominierend. Der Abgang zieht sich über mehrere Minuten hin und hinterläßt vor allem im Finale eine höchst animierende und mundwässernde Zitrusmischung.

Ich hab schon deutlich langweiligere Riesling-GG’s getrunken, nicht nur deswegen ist dies ein sehr attraktiver Ortswein, der in seiner Klasse alles mehr als richtig macht und sich seit der letzten Begegnung nochmals durch signifikante Spannungssteigerung deutlich zur beschwingten Seite hin entwickelt hat. Wirkliche Warmjahrallüren zeigt dieser Riesling nicht mal im Ansatz, die Balance zwischen Extrakt, Säure und Mineralik ist aus meiner Sicht vorbildlich.

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 21 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 04. Juni 2018:

Heute durfte ich schon etwas früher aufstehen, insgesamt 860 km im Auto verbringen und zwischendrin noch was arbeiten. Bei der Rückfahrt zeigte mein fahrbarer Untersatz in der Nürnberger Ecke mal 32 °C Außentemperatur an. Ist ja an sich genau mein Ding, aber trotz eineinhalb Liter Mineralwasserzufuhr während der Heimreise stand mir dann noch der Sinn nach was richtig Knackigem:

2015er Riesling – Laumersheimer – «vom Kalksteinfels» – trocken – Ortswein, Philipp Kuhn, Pfalz

Im Glas ein deutliches und leuchtendes Goldgelb, ganz leicht perlend. Geruchlich gibt’s ordentlich Streichholzschachtelreibefläche, dahinter andeutungsweise, aber doch sehr frisch wirkend Ananas und gelbe Zitrusfrucht. Geschmacklich ist die Zündholzfabrik nicht ganz so dominant, fruchtseitig zeigen sich nun etwas deutlicher Zitrone und Pomeranze, dazu mit der sehr knackigen Säure einiges an frisch gelöschtem Kalk, ansatzweise zieht’s auch die Gesichtsmuskeln etwas zusammen, jedoch mehr auf erfrischende Weise. Der Abgang ist ebenfalls sehr kernig-frisch-mineralisch, im Finale zeigt sich ein leichtes Chinin-Bitterchen.

Insbesondere für einen 15er ein wunderschön frischer Riesling, der auch gut als Aushängeschild der Zündwarenindustrie dienen könnte, besser hätte es nach dem heutigen hitzigen „Ausflug“ kaum passen können.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

6 comments on “Aus der Zündholzfabrik… – Relaunch

  1. Bei uns gab es diesen Wein gestern Nachmittag in der Frühlingssonne. Wir waren ähnlich begeistert, wobei ich zu Deinen Eindrücken noch ein wenig Rauch hinzugefügt hätte.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s