GB von der Halde – Relaunch

Obwohl die letzte Flasche noch nicht vor sooo langer Zeit geköpft wurde, hatte ich essensbedingt diesmal eine recht klare Vorstellung hinsichtlich der Weinbegleitung, weshalb ich schnurstracks bei folgender Flasche gelandet bin:

2016er Grauburgunder – Wasserburger Weinhalde – Reserve – [trocken] – Qw, Schmidt am Bodensee, Bodensee

Ein ockeriges Goldgelb zeigt sich im Glas, nasal gibt’s dicht und herb einen Mix aus korianderhonigbeschichteten Weinbergpfirsichen und Mangospalten, dezent Großholz. Schmeckt auch entsprechend, hier kommt passend zum zuckerfreien Honig auch noch die passende Saat hinzu; die Säure ist für einen GB außerordentlich agil und verhindert jegliche Schwere, untendrunter ein paar herbe Flußkiesel. Der schön lange und leicht wärmende Abgang (nicht durch den Alk) präsentiert nochmals die beschriebene, trockene Honigfrucht, im Finale ein dezentes und animierendes Kräuterbitterchen.

Solche gegensätzlichen Weine, die es schaffen, einem ordentlichen Pfund auf der einen Seite ein souveränes Gegengewicht gegenüber zu stellen, mag ich besonders gerne, sowas funktioniert in kälteren Jahren besonders gut, insbesondere wenn es sich um tendenziell eher säureärmere Rebsorten wie den Grauburgunder handelt. Das ist schon richtig gut zum etwas deftigeren Essen, aber auch „das Glas danach“ flutscht absolut beschwerdefrei. Im Vergleich zur letzten Flasche -welche ja erst vor gut eineinhalb Jahren geöffnet wurde- wirkt der Wein jetzt etwas weniger opulent und damit feingliedriger, ist aber nach wie vor recht gehaltvoll, die Säure kann sich in der Folge noch freier entfalten; schöne Entwicklung auf vergleichbarem Niveau, den einen Punkt Unterschied könnte man auch meiner jeweiligen Tagesform zuschreiben…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 18. September 2019:

Heute war weintechnisch mal wieder Bodensee-Zeit; da hab‘ ich nur die Auswahl zwischen drei Weingütern und beim bayerischen davon wurde zugegriffen:

2016er Grauburgunder – Wasserburger Weinhalde – Reserve – [trocken] – Qw, Schmidt am Bodensee, Bodensee

Im Glas ein dichtes Goldgelb mit leichter Tendenz zum Orange, geruchlich gibt’s Minzenhonig (riecht nicht nach Minzeblättern!), reife, aber auch frische Kaki und Quittengelee, zurückhaltende, aber durchaus präsente Holznote in Form von hellem Tabak und Karamell. Geschmacklich ebenfalls deutliche, durchaus leichtfüßige Honignoten und in zweiter Reihe ein gelb-oranger, recht opulent-frischer und leicht sekundärer Fruchtmix aus Kaki, Kumquat und sehr reifer Mirabelle; die Säure ist für einen Reserve-GB dieses Kalibers erstaunlich agil und hält das Ganze gut auf der beschwingten Seite. Beim recht langen Abgang zeigen sich vor allem im Finale auch einige herb-bittere Steinchen nebst leichtem Chinin- / Blutorangenbitterchen.

Ähnlich wie bei den anderen probierten Jahrgängen zeigt sich auch hier die schöne Spannung zwischen Wumms und Frische, das Ganze würde auch als Grauburgunder-GG aus meiner Sicht eine gute Figur machen, steht den Granden aus diesem Bereich in nichts nach.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 21 von 25

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