Müller-Thurgau der Bourgogne

Die Rebsorte Aligoté dürfte den wenigsten Menschen was sagen, obwohl sie in der Bourgogne auch recht weit verbreitet ist. Aber „Burgund“ und „weiß“ wird halt in erster Linie mit Chardonnay in Zusammenhang gebracht, die Brot-und-Butter-Sorte Aligoté hat’s da -ähnlich wie der Müller-Thurgau bei uns- schwer, im qualitativen Bereich Fuß zu fassen. Nachdem ich vor gut einer Woche einen Aligoté aus Auxerre im Glas hatte und mir der gar nicht gefallen hat, wollte ich wissen, ob die Sorte bei anderen Gütern besser wegkommt:

2018er Aligoté –  Cuvée des Quatre Terroirs – Bourgogne Aligoté AC, Domaine Chevrot, Bourgogne

Farblich ein leicht zum Messing zeigendes Goldgelb, riecht anfangs noch ein klein bißchen kaltvergoren, das legt sich jedoch innerhalb von ca. 15 Minuten und es zeigt sich ein leicht reduzierter Mix aus Kaktusfeige, Netzmelone, Pitahaya und einem Hauch Rambutan, ganz dezent Koriandersaat sowie ein bißchen was Weißblütiges, das ich jedoch keiner bestimmten Blüte zuordnen kann. Am Gaumen ist die Frucht etwas präsenter und bringt auch Weinbergpfirsich ins Spiel, dazu eine leichte mandelige Cremigkeit, moderate, aber doch effektive Säure, steinseitig ein Mix aus Speck- und Tuffstein. Der ziemlich lange Abgang bringt sogar eine Prise weißen Pfeffers mit, ansonsten hier die Konzentration auf die angecremte, auch leicht blumige Frucht.

Dieser Aligoté ist eher ein cremig-eleganter Vertreter dieser Sorte, viele solcher Weine, die eher von hellgelber Frucht gekennzeichnet sind, neigen bei der leicht cremigen Stilistik aus meiner Sicht zur Behäbigkeit, welche ich dem „Quattre Terroirs“ zum Glück nicht bestätigen muß. Durchaus schön gemacht, aktuell reicht’s bei mir jedoch noch nicht in die Nachkaufriege, vielleicht wenn sich die Frucht etwas zurückgezogen hat und der Säure etwas mehr Raum gibt.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

9 comments on “Müller-Thurgau der Bourgogne

      • Bitte berichten, falls du ihn probierst. 2018er war ganz gut. 2019er soll 14% Alk. haben! Bin ich eigentlich kein so Freund davon. Aber schaumamal! 😉🤗

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      • Kenne den Wein nicht, aber natürlich die (für mich unverzichtbare) Rebsorte. Love & Pif (Yann Durieux/Recrue des Sens) und Troma-Onirique (Francois Écot/L’Insolent) sind wahrscheinlich meine Favoriten, ansonsten Julien Guillots Aligo’Rhytm, Nicolas Vauthier/Vini Viti Vinci, Pierre Fenals/Maison en belles lies, De Moor. Alles zw. 14 und 25 Euros. Zieh ich jederzeit jedem Burgundy Chardo in dieser Liga vor…

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        • Hallo Christoph,
          vom „Love & Pif“ hatte ich schon zweimal in Beaune eine leere Flasche in der Hand, die vollen waren leider beide male vergriffen. Will ich unbedingt mal ausprobieren, zumal die anderen Sachen von Yann Durieux ja preislich schon recht ambitioniert sind, zu ambitioniert für einen blinden Einstieg!
          Mein bisheriges Aligoté-Highlight ist in still der „Le Clou 34“ von Claire Naudin aus deren schwefelfreier Linie, in blubberig der „Chut…Derain!“ 🙂

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          • Love & Pif trinken wir mal bei mir, hab noch bissl was da. Musst auch nicht nach Beaune dafür, kenn ne ganz gute Quelle in D 😉 Die Pinots sind ambitioniert bepreist (naja, kommt drauf an mit wem Du vergleichst), aber dafür auch irre gut…

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