Günstige Erste Lage – Relaunch 2

Vor ein paar Tagen habe ich die letzte Flasche meiner seit längerer Zeit günstigsten „Ersten Lage“ geöffnet, ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, wann ich mal noch weniger als 8,90 Euronen für solch ein Weinchen gezahlt hätte, Sonderpreise bei Abverkäufen mal ausgeschlossen. Zuletzt hatte ich ja einen kleinen Einbruch beim

2013er Silvaner – Randersacker Sonnenstuhl – trocken – Erste Lage, Schmitt’s Kinder, Franken

festgestellt, in quasi frisch gekauft war ich ja noch ziemlich begeistert. Ging’s in den letzten knapp 3 Jahren nun weiter bergab oder ist das Tal der Tränen mittlerweile durchschritten?

Farblich fast ein sattes Schwefelgelb, riecht nach gelben Agrumen und ebensolchen Apfelschalen sowie leicht nicht ganz reifer Mirabelle. Schmeckt dann nach etwas mehr Steinobst der frischeren Sorte, dazu ein leichter Mix aus Zitronen- und Orangenzesten, deutlich Pampelmuse nebst leichtem Bitterchen und vor allem auch eine recht straffe Säure, dazu als Unterlage etwas bemooster Tuffstein. Der schön lange Abgang zeigt ebenfalls einen Silvaner mit Rieslingfrische, hier klar von Pomelo und Pampelmuse dominiert, prägnantes Kalkfinale.

Der Wein hat nunmehr jegliche Primärfrucht -vor allem die zur Breite neigende Birne- fast vollständig abgelegt und lebt von der für einen Silvaner fast unerhörten Frische, wobei sich keinerlei geschmackliches Loch auftut; trotz der durch die Fruchtabstinenz reduzierten Fülle zeigt sich noch genügend Substanz, tertiäre Reifenoten gibt’s übrigens noch nicht mal im Ansatz. Insgesamt hat sich der Sonnenstuhl-Silvaner wieder ordentlich derrappelt und bietet wieder den Spaß der ersten Stunde, ist auch aufgrund des außerordentlich attraktiven Preises erneut ein Mehrfachnachkaufkandidat, wenn auch eher theoretisch, wird man wohl kaum noch erwerben können…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 26. Mai 2018:

Da es gestern zur Grillerei auch Spargel gab, habe ich als zweiten Wein wieder mal einen seit einiger Zeit im Regal schlummernden Silvaner aus den Regalen gezogen, dem ich vor gut 3 Jahren ein schon grandios zu nennendes Preis-Leistungs-Verhältnis beschieden hatte:

2013er Silvaner – Randersacker Sonnenstuhl – trocken – Erste Lage, Schmitt’s Kinder, Franken

Im Glas ein leuchtendes Goldgelb, in der Nase intensiv Birnen verschiedener Sorten, am Gaumen gibt’s über die Birnen hinaus noch etwas konzentrierte Pampelmuse sowie nicht wenig Kreide. Säure gibt’s nicht (mehr) im Übermaß, es stellt sich sogar eine leichte Cremigkeit ein, flutscht aber dennoch sehr schön. Der Abgang ist ebenfalls eher birnenbetont, im Hintergrund schwingen ein paar Steine mit.

Klingt jetzt nicht besonders komplex, der Wein zeichnet sich nun in erster Linie durch ein gelungenes, aber auch unaufgeregtes Zusammenspiel aller Kräfte aus. Immer noch sehr viel Wein für’s Geld, aber die jugendliche Frucht-Komplexität habe ich dann doch etwas vermißt, auch die Säure kommt mit der deutlich erstarkten Birne nicht mehr ganz so gut mit. Ist jetzt für seine Rebsorte typischer, aber dafür auch nicht mehr so spannend. Mal sehen, ob der Silvaner bei weitergehender Reifung die ursprüngliche, euphorische 3er-Nachkaufwertung wieder zurückerobern kann, aktuell gibt’s

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 30. August 2015:

Neulich habe ich mal das Weingut „Schmitt’s Kinder“ in Randersacker besucht und auch ein bißchen was in den Kofferraum gepackt. Gestern haben wir dann einen in mehrerlei Hinsicht bemerkenswerten Wein geöffnet:

2013er Silvaner – Randersacker Sonnenstuhl – trocken – Erste Lage, Schmitt’s Kinder, Franken

Im Glas zeigt sich der Silvaner mit einem schönen Strohgelb, in der Nase ein gar nicht eindimensionales Bukett aus Mandarine, Ananas, Orange und Grapefruit. Auch hier bereits ein deutlicher Steinehaufen erkennbar. Am Gaumen neben dem oben erwähnten Fruchtkorb auch reifer Pfirsich und mürbe Äpfel. Die prägnante Säure verursacht keine Nebenwirkungen bei den Gesichtszügen, die 12,5 Volt merkt man eigentlich gar nicht. Fränkisch trocken, aber ein reicher Extrakt, der wiederum sehr schonend mit den Schleimhäuten umgeht. Der Abgang ist fruchtbetont und mineralisch und hält relativ lange an.

Für satte 8,90 Euro ab Hof bekommt man hier eine Erste Lage, die rein vom geschmacklichen Gesamteindruck den Vergleich mit manchen anderen Ersten Lagen, aber auch VDP-Guts- oder -Ortsweinen der 15 Euronen-Preisklasse nicht zu scheuen braucht. Ein toller Preis-Leistungs-Knaller, der den Gang zum Supermarkt hinsichtlich des Erwerbs von Weinflaschen absolut überflüssig macht. Es sei denn, der hätte Schmitt’s Kinder im Sortiment…

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3

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