Mandarinen von der Bergstraße

Heute war zur Fischsuppe wieder ein Riesling fällig, dabei dachte ich mir, daß ich langsam mal damit anfangen könnte, die vor bald vier Jahren erworbenen Ersten Lagen des nach meiner Kenntnis einzig brauchbaren Weinguts an der badischen Bergstraße anzutesten:

2016er Weisser Riesling – Leimener Herrenberg – <Philipp Georg> – trocken – Erste Lage, Seeger, Baden

Ein leicht zum Messing schielendes Goldgelb, der Riechkolben wird mit Mandarinen- und Orangenzestenkonzentrat bedacht, dieses jedoch nicht in überbordender Form, sondern eher distinguiert, aber dennoch klar prägend, auch wenn mit Luft noch etwas Gas gegeben wird; daneben auch gehaucht Torf und Ziegenbart. Schmeckmäßig setzt sich das im Prinzip so fort, hier würde ich die Agrumen jedoch eher in Minneloa und Kumquat differenzieren, leicht weißer Pfeffer, auch hier ein paar frische gelbe Pilze, das Ganze gepaart mit einer recht potenten Säure auf eher kühlem Kalk. Der sehr lange Nachhall zelebriert wiederum die orangen Agrumen mit einem gelungenen Mix aus Dichte und Frische, das Finale währt mehrere Minuten.

Sehr schöne Interpretation eines gehaltvollen, orangen und dabei gleichzeitig sehr agilen Rieslings fernab bekannterer Stilistiken von Mosel, Saar und Rheingau, was wohl dem Löß-Kalk-Boden zuzuschreiben ist. So manche Rieslinge von Seeger blicken auch klar in die burgundische Richtung, was hier gar nicht der Fall ist, macht klar sein eigenes Ding. Kann auch so manchem GG selbstbewußt aufs Hirn spucken, großer Spaß!

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 22 von 25

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s