Weihnachts-Brause – Relaunch 2

Gestern gab’s nach längerer Zeit mal wieder Kamptaler Steininger-Schaum, diese Flasche war wieder aus der gleichen, im Juli 2016 dégorgierten Charge wie der zuerst im Dezember 2016 probierte SB:

2014er Sauvignon blanc – [Dég. 2016/07] – brut – Österreichischer Sekt, Steininger, Kamptal

Farblich ein sehr helles Strohgelb, mäßiger feiner Blubber mit guter Nachhaltigkeit. In der Nase deutlich SB in etwas gelberer Form mit Jostabeeren und nicht ganz reifen Nektarinen, leicht kräuterig. Am Gaumen wie beim Erstkontakt recht weinig, leichte Extrakt- und Restsüßespur, die Säure ist zwar gut bemessen, baut aber keine großartige Spannung auf. Der Abgang ist von ordentlicher Länge und ist der restsüßeste Teil des Genusses, was leicht grünlich Kalkiges als Grundlage.

Mittlerweile ist das nicht mehr so ganz meine Baustelle, die Entwicklung bei den Schäumern geht halt doch klar in Richtung unmaskiert bzw. zuckerfrei. Ist zwar einfach aufgrund der für Schaum eher ungewöhnlichen Rebsorte von recht hoher Eigenständigkeit, aber in etwas weniger gefällig wär’s mir dann doch lieber. Interessant war für mich in erster Linie, daß ich (ohne vorher zu spicken) wieder fast bei der gleichen Benotelung rausgekommen bin wie bei der Erstbegegnung und daß die verschiedenen Chargen sich dann doch so signifikant unterschiedlich präsentieren. Deshalb splitte ich hier zwischen den zwei unterschiedlichen Ausgaben…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 28. Februar 2019:

Bereits am vergangenen Donnerstag gab’s anlaßbezogen mal wieder was Prickeliges:

2014er Sauvignon blanc – [Dég. 2017/05] – brut – Österreichischer Sekt, Steininger, Kamptal

Diese Flasche ist nicht ganz genau die gleiche wie die unten beschriebene, denn sie wurde trotz gleichem Jahrgang gemäß Rückenetikett knapp ein Jahr später dégorgiert, nämlich im Mai 2017; hatte also ggf. mehr Zeit, die Hefe wirken zu lassen. Kann natürlich auch sein, daß die zweite Gärung in der Flasche auch erst später gestartet wurde, aber dennoch Wein/e aus 2014 wie bei der anderen Flasche verwendet wurde/n. Ich hab‘ mich schon gefragt, ob ich dann nicht einen neuen Beitrag für diese Flasche anlegen soll, aber ich fand’s dann doch angebrachter, meine Eindrücke als Relaunch zu verwurschten:

Farblich ein helleres Goldgelb, erst grobe, dann feinere Bläschen, zwar etwas abflauend, im Mund bleibt aber immer ein angenehmiges, schaumiges Gefühl erhalten. Nasenmäßig gleich typisch SB mit Stachelbeere und vorwiegend Estragon, ganz leicht hefig, die Kohlensäure macht sich bereits deutlich und erfrischend bemerkbar. Am Gaumen kommt vor allem Limette hinzu, der Hefeanteil ist hier gefühlt etwas höher, dezente und super eingebundene Fruchtsüße, frische Säure nebst gelöschtem Kalk und leisen grünen Kräutertönen. Der Abgang ist recht lang und frisch, hier dominiert eher die Limette, Stachelbeere auf Kalkbett sowie die Hefe folgen auf den Plätzen.

Diese Variante ist etwas weniger „weinig“ als der in 2016 dégorgierte SB, was die These des längeren Hefekontakts stützen könnte, wirkt insgesamt trotz leicht kantiger Frische ausgewogener als der Vorgänger, klarer Sieger im nicht ganz direkten Vergleich!

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 24. Dezember 2016:

Zum Holy Evening gab es gestern zum Einstieg wieder was mit Blubberblasen:

2014er Sauvignon blanc – [Dég. 2016/07]- brut – Österreichischer Sekt, Steininger, Kamptal

Dieser mit traditioneller Flaschengärung hergestellte Jahrgangssekt wurde im Juli 2016 dégorgiert. Das Weingut hat übrigens insgesamt 13 verschiedene Sekte im Programm, quasi von jeder Rebsorte gibt es auch ein Blubberwasser, teils auch als Lagensekte.

Die Farbe ist ein helles Strohgelb, eine mittlere Perlage zeigt sich, sieht nach kurzer Zeit zwar etwas leblos im Glas aus, aber im Mund hat man dennoch beständig ein schönes, frisches Blubbergefühl. In der Nase eine unverkennbare SB-Note, reife Stachelbeere, grüne Kräuter mit Estragon, auch einige grüne Äpfel, nur wenig hefig. Auch am Gaumen zeigt sich die Stachelbeere, weiters Limette und Grapefruit, leicht frische Brotkruste eines Mischbrotes. Dabei sehr frisch, ein gutes Extrakt-Säurespiel präsentiert sich, die Fruchtsüße tanzt dezent auf der Zunge rum. Der Abgang ist leicht hefig und grün- bis zitrusfruchtig, insbesondere hier ein schönes Steinbett, recht lang und frisch.

Ich kann mich gar nicht erinnern, ob ich schon mal einen SB-Schäumer im Glas hatte, jedenfalls wird diese Rebsorte hier sehr schön abgebildet; mal was anderes, ohne dabei fremd zu wirken. Dieser Sekt ist dabei durch die eher verhalten ausgebildete Hefe- bzw. Brotseite etwas „weiniger“ als übliche Flaschengärungs-Sekte, aber das wirkt sich hier absolut nicht nachteilig aus.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 17 von 25

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