Schon wieder kein richtiger Flop – Nachtrag

Ausgehend von meiner ersten, sehr positiven Begegnung mit einem Wein von Frank Cornelissen, der die sprichwörtliche Fehlerhaftigkeit von dessen sizilianischen Naturprodukten so gar nicht bestätigen konnte, habe ich mir noch ein etwas älteres rotes Exemplar zugelegt, das möglicherweise dieses (Vor-) Urteil besser bestätigen oder auch widerlegen kann:

2013er Nerello Mascalese – Munjebel – Terre Siciliane Rosso IGT, Frank Cornelissen, Sicilia

Im Glas zeigt sich ein dunkleres Rubinrot mit leichter Brauntönung, leicht trüb. Nasal gibt’s Kirschkompott mit einer deutlichen, aber noch nicht verschreckenden UHU-Note, die sich mit der Zeit auch leicht zurückzieht bzw. sich sogar in Richtung eines eher pilzig- / bzw. flechtigen Aromas wandelt. Am Gaumen sind dann die Kirschen deutlich frischer unterwegs, irgendwie ein Mix aus solchen frisch vom Baum und solchen, die schon gut sekundär bzw. oxidiert sind, dazu wieder etwas UHU, diesmal aber nur in gehauchter Form; dabei zeigen sich auch einige weiche, aber auch noch jung und frech wirkende Tannine, steinseitig irgendwas zwischen Kalk und Speckstein, die Säure ist recht keck unterwegs. Der schön lange Abgang wirkt aufgrund der hier dominanten Tannine leicht dehydrierend, ein kleiner Pelz baut sich nur ganz hinten im Rachen auf, hier wärmen die 15 PS ganz leicht.

Hier kann man jetzt vorzüglich darüber streiten, ob die festgestellte UHU-Note als Fehler einzustufen sei oder nicht, für mich ist sie im Rahmen „interessante Kante“ angesiedelt; und wenn, dann wäre dies nichts Naturweinspezifisches, hatte ich auch schon bei diversen konventionellen Weinen. Insgesamt durchaus ein interessanter und auch relativ eigenständiger Wein, für den aufgerufenen Preis von knapp 40 Euronen muß ich das aber nicht erneut haben, wobei ich allerdings nicht weiß, wie sowas in jung schmeckt und auch nicht einschätzen kann, ob und seit welcher Zeit der Wein ggf. schon abbaut; also wenn, dann eher so ein Halbflop…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: Kleber gibt’s nunmehr in keinster Form, dadurch wird der Wein deutlich runder, insgesamt kommt der Munjebel nun auch geschmeidiger rüber, wirkt aber dabei auch nochmal etwas gesetzter. Insgesamt ein Schritt nach vorne, ist mir aber in diesem Reifestadium den Preis nach wie vor nicht wert.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 19 von 25

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s