Schau mir in die Augen, Kleines…

Im Rahmen der nun schon länger andauernden Schaumtestreihe fallen mir auch immer wieder Flaschen in die Hände, die schon aufgrund ihrer äußerlichen Aufmachung klar signalisieren „ich bin anders!“ Und tatsächlich dürfte die Mehrheit der Weinaffinen bei der Herkunft „Hautes Côtes de Nuits“ eher an Pinot noir bzw. Chardonnay denken denn an einen PétNat aus Gamay…

2018er Gamay – Segrois – Pétillant naturel – [Vin de France], Jérémy Recchione, Bourgogne

Im Glas ein leicht angetrübtes Erdbeerrot, eher verhaltener Blubber, der jedoch später für ein lang anhaltendes Prickelgefühl sorgt. Nasal dann eher Waldhimbeere mit leichter Leder- und Pfifferlingsunterstützung. Am Gaumen bestätigt sich das in etwa, die Himbeere ist relativ mächtig und wird durch etwas Granatapfel ergänzt, beide schicken ordentlich trockene Fruchtsüße ins Rennen, welche die Säure nicht völlig unter Kontrolle hat, flutscht aber dennoch recht gut. Der ziemlich lange Abgang präsentiert neben dem Edel-Ahoi-Brause-Extrakt auch ein deutliches Campari-Bitterchen auf rotem Kalk.

Das ist schon ein sehr eigener PétNat, bei dem ich mir anfangs gar nicht so sicher war, ob mir das nun gefällt oder nicht. Je mehr ich diesen durchaus vielschichtigen Blubber auf mich wirken lasse, desto besser gefällt mir das, ein bißchen wie mit „Casablanca“, dem besten schlechten Film aller Zeiten. Insgesamt macht dieser 300 Flaschen-PétNat durchaus Freude, nachkaufen würde ich ihn aber wohl trotzdem nicht, dazu ist mir die Fruchtseite dann doch zu schrill…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 18 von 25

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