Pfanzlwein – Relaunch

Diesmal hab ich zum Essen -eine hier regelmäßig eingeforderte Caldeirada (portugiesische Fischsuppe)- tatsächlich einen regional passenden Wein im Zweitkeller parat gehabt:

2016er Moscatel Galego branco – Prima – Douro D.O.C., Quinta do Vallado, Douro

Im Glas haben wir ein sehr helles Goldgelb, das Näschen bekommt’s mit einer kleinen, aber feinen Frühlingswiese mit vorrangig gelben Blumen zu tun, ein bißchen Rucola sowie ein Hauch Koriander spielen noch mit ohne sich großartig in den Vordergrund zu drängen. Schmeckt dann etwas intensiver, die ganze Floralik wirkt trotz ihrer Dichte jedoch nicht parfümiert, dazu eine packende, frische Säure mit leichter Limettenbegleitung sowie eine nasse Terrasse als zusätzlich kühlender Untergrund. Der frisch-blumige Abgang ist dann der kräuterig-kantigste Teil des Genusses, im Finale eine tiefblaue Steingrundlage.

Hat sich seit der Erstbegegnung vor gut 4 Jahren sehr vorteilhaft entwickelt und dabei kein Stück seiner Jugendlichkeit verloren, zeigt auch aktuell keinerlei Schwächen, obwohl der Wein wahrscheinlich nicht für die Langstrecke gedacht war. Vertrug sich auch wunderbar mit der o.g. Suppe incl. dem Koriander…

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 18 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 16. November 2017:

Nein, in der Überschrift ist kein Schreibfehler enthalten. Auch wenn die überwiegende Mehrheit mittlerweile anderer Meinung ist, heißen die kleinen Hackfleischkreationen auf gut bayrisch „Fleischpfanzl“ und haben nichts mit der pflanzlichen Seite der Biologie zu tun. Tatsächlich leitet sich der Name von Fleisch (klar!), pfan (Pfanne) und zl (von Zelten = kleine Kuchen) ab. Für die mittlerweile auch im Handel verfügbaren veganen Fleischersatzteile kann man ja gerne ein „l“ mehr verwenden…

Zu richtigen, selber gemachten Fleischpfanzln gab’s jedenfalls heute den

2016er Moscatel Galego branco – Prima – Douro D.O.C., Quinta do Vallado, Douro

Diese Moscatel-Varietät gilt übrigens als eigene Sorte (mit exclusivem VIVC-Eintrag), der Name ist nicht einfach nur ein Synonym für Muscat blanc…

Die Farbe ist sehr hell, leicht grau-grünlich, in der Nase erwartungsgemäß eher Blumen als Früchte, hier am ehesten noch Netzmelone, jedoch nicht die kaltvergorene Variante. Am Gaumen ebenfalls mehr floral als fruchtig, wirkt aber nicht parfümiert. Je länger man wartet, umso mehr anisartige Braunwürze taucht auf, wird aber nie dominant. Die Säure ist schön ausbalanciert, bringt eine Limette mit und hält den Moscatel konsequent auf der frischen Seite. Der Abgang ist ebenfalls blumig-frisch-beschwingt, hier bilden eine frische Zitrone und ein leichtes Chinin-Bitterchen das Finale.

Wenn man was Leichtes und Unkompliziertes aus der weiten Muskatellerwelt sucht, das keine Massenproduktaromatik mitbringt und bei aller Beschwingtheit nicht banal wirken soll, ist man hier ganz gut aufgehoben.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 16 von 25

3 comments on “Pfanzlwein – Relaunch

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