Südpfälzer Schaum mit einem Schuß Campari – Relaunch

Gestern war getränkemäßig so einer dieser „nur so“-Tage, an denen man nicht unbedingt zu den Granaten im Keller greifen will; nach ein bißchen Hin und Her kam ich dann mit einem Schaumgetränk aus dem Keller, das wir vor gut eineinhalb Jahren schon mal probiert haben:

2017er [Cuvée] – Rosé – brut – Crémant – Deutscher Sekt, Jülg, Pfalz

Farblich ein recht sattes Lachsrot, recht intensiver, mittelfeiner Blubber mit hoher Ausdauer. Fürs Näschen gibt’s zuckerfreie Preiselbeeren sowie Granatapfel, dazu ein kleines Nußhörnchen. Am Gaumen wird die Rot- bzw. Rosafrucht von einem kleinen Chininbitterchen begleitet, die ganz gut austarierte Säure hat den leicht vernehmbaren Restzucker recht gut im Griff, mineralischerseits schimmert etwas Kalk durch. Abgangsmäßig dominiert die zart angesüßte, aber durch die Säure auf der frischen Seite gehaltene Rotfrucht.

Eigentlich ja eher so eine Art Terrassenschaum im Sommer, aber auch heute machte der Rosa Crémant „einfach so“ durchaus Freude, auch wenn’s „a Zuckerl weniger“ hätte sein können. Hat sich auch nicht signifikant nach oben, unten oder zur Seite entwickelt, bleibt trotz Spaß auch jetzt knapp unter dem Nachkauflevel.

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 18. April 2020:

Gestern gab’s in der Abendsonne erneut Pfälzer Schaum zum Essen:

2017er [Cuvée] – Rosé – brut – Crémant – Deutscher Sekt, Jülg, Pfalz

Dies ist übrigens eine Cuvée aus Spätburgunder und Schwarzriesling, 50 % der Trauben kommen aus D, die anderen 50 % aus F, dem Ganzen wurden 12 Monate Hefelager gegönnt.

Ein deutliches Apricot im Glas, anfangs immens blubbernd, fängt sich dann auf recht feinem Niveau mit Ausdauer. In der Nase deutlich Granatapfel und rote wie schwarze Johannisbeere, ein Hauch Hefezopf, deutlicher Säurenebel. Am Gaumen kommt die Frucht mit einem deutlichen Chinin-Bitterchen daher, das sich mit Luft allerdings etwas abschleift, die spürbare Fruchtsüße wird von den Säuren sehr gut in Schach gehalten, dazu ein leicht herb-bitteres Steinbett. Der ordentlich lange Abgang lebt von der Spannung zwischen Fruchtsüße und Bitterchen, auch hier läßt die Säure keine Freiheit für den Restzucker zu.

Die Bitterchen lassen diesen Crémant zwar etwas rustikal erscheinen und ein klein bißchen „bruter“ könnte er nach meinem Geschmack schon sein, auch wenn das Süße-Säure-Spiel ganz gelungen ist; ist aber für seinen Preis andererseits auch sehr stimmig und vor allem nicht beliebig, dennoch kam knapp (noch) keine Nachkaufstimmung auf, vielleicht war die Erinnerung an den rosa Schampus, den es ein paar Tage zuvor gab, noch zu frisch? Oder das Wissen zu präsent, daß es in der direkten Nachbarschaft „für ein paar Dollar mehr“ einen ziemlich genialen rosa Schäumer gibt?

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 17 von 25

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s