Wer suchet, der findet…

Es gibt ja häufig Aussagen über Weingüter wie „da hab ich noch keinen schlechten Wein getrunken!“, wobei ich davon ausgehe, daß die meisten Güter -auch die renommierteren- dann doch irgendwo ein paar Nieten im Keller haben und sei es auch nur in bestimmten Jahrgängen. Wahrscheinlich ist es auch ein bißchen vom Zufall abhängig, ob man (vor allem bei Probieraktionen ohne Vorkenntnisse) mehrheitlich Perlen oder Nieten abbekommt, dementsprechend sind die persönlichen Einschätzungen hinsichtlich der Qualität eines Erzeugers naturgemäß mit starken Streuungen belegt. Eins der „da hab ich noch keinen schlechten Wein getrunken!“-Weingüter war für mich bis dato auch der Betrieb, der folgendes Weinchen vinifiziert hat:

2016er Chardonnay – Vigneti delle Dolomiti IGT, Pojer e Sandri, Trentino

Farblich zwischen Goldgelb und Messing, nasal eher verhalten exotisch mit Papaya und Guave. Am Gaumen aromatisch ähnlich, hier etwas mehr Substanz, aber doch eher flau wirkend, die Säure ist nur moderat vertreten, kann sich aber mangels Gegenwehr doch recht weit nach vorne drängeln; untendrunter dann leicht bitterer Speckstein. Der Abgang bringt außer guter Länge leider keine neuen Erkenntnisse.

Da ich von Pojer e Sandri schon einige sehr expressive, spannende, vor allem nie nichtssagende Weine im Glas hatte, war ich ob der Belanglosigkeit dieses Chardonnay schon ziemlich überrascht; ist zwar nicht wirklich ein schlechter Wein, aber ein guter eben auch nicht und er paßt für mich schlicht und ergreifend nicht ins bisher entwickelte Bild des Dolomitengutes. Jedenfalls hoffe ich sehr, daß das ein einmaliger Ausrutscher ist…

Meine Wertung: Nachkauf 1 von 3, Gesamt 14 von 25

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