Schon besser – Relaunch

Vor knapp zwei Jahren habe ich schon mal einen Juliusspitäler Weißburgunder als Vergleichswein bemüht, nachdem ich in dem Fall vom weiter unten verlinkten 18er recht enttäuscht war. Nun war vor drei Tagen der 19er eine regelrechte Katastrophe, was mir keine Ruhe gelassen hat, so habe ich heute eine weitere Flasche des 16ers quasi als Konterflasche aufgemacht:

2016er Weisser Burgunder – Würzburger Stein – trocken – Erste Lage, Juliusspital, Franken

Im Glas ein leuchtendes, fast knalliges Gold- bis Zitronengelb, gleich beim ersten Reinriechen ein völlig anderer Schnack als beim Jahrgangsnachfolger: Pfirsich, Kaki und Aprikose in halbsekundärer, reifer Form, begleitet von etwas grünlicher Reneclaude, dicht und frischlich-klar zugleich, leichte Großholzanmutung. Schmeckt dann auch so, wobei die Frucht hier noch etwas heller, gelber wirkt, schmatzige und beinah strahlige Säure, begleitet von etwas Pomelo und Pampelmuse, dezente Kräuterspur aus der Rosmarinecke, sauberes Kalkbett. Der ziemlich lange Abgang bläst ins gleiche Horn, hier kann man am ehesten von einer leichten Reduktivität sprechen, welche sich mit Luft noch etwas formiert, im Finale dann eine ganz leichte Kohl- und Teerspur der animierenden Art.

Tatsächlich rede ich hier von zwei komplett unterschiedlichen Welten eines Stein-Weißburgunders; wenn man mir blind den 16er und 19er präsentiert hätte, wäre ich ganz sicher niemals auf den Gedanken gekommen, daß es sich dabei um den an sich gleichen Wein eines Gutes mit nur drei Jahren Ernteunterschied handelt. Die Grenze zwischen „JS top“ und „JS flop“ zeichnet sich für mich in der Folge immer klarer und sehr scharf zwischen 2016 und 2017 ab. Ich weiß nicht, was da im Weingut passiert ist (Personal- und / oder Strategiewechsel?), aber an reine Jahrgangseinflüsse mag ich von Wein zu Wein immer weniger glauben. Dieser WB ist jedenfalls noch richtig gut:

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 16. Juli 2020:

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich den 18er Jahrgang des Steinschen Weißen Burgunder vom Juliusspital im Glas, der nicht allzu viel Freude bereitete, irgendwie kommt es mir so vor, als ob sich die Weine des Guts von meinen Vorlieben deutlich entfernen. Jetzt habe ich zum Vergleich mal eine etwas ältere Flasche davon aufgemacht:

2016er Weisser Burgunder – Würzburger Stein – trocken – Erste Lage, Juliusspital, Franken

Die Farbe ist helleres, leuchtendes Goldgelb, riecht nach bekräutertem Weinbergspfirsich und ansatzweise Kaki, ein bißchen weißer Pfeffer. Am Gaumen ebenfalls die kräuterlastige und gepfefferte Frucht, dazu eine recht frische Säure, etwas alte Berghütte, als Untergrund leicht kantiger, gelöschter Kalk. Auch der schön lange Abgang wirkt durch den Kräutermix etwas eckig, aber auch sehr erfrischend.

So macht mir dieser Stein-WB deutlich mehr Spaß als der oben verlinkte Saft, ich kann mir den sehr deutlichen qualitativen Unterschied auch nicht durch die zwei Jahre Reifevorsprung erklären. Wäre schön, wenn die JS-Weine wieder zu dieser Form zurückkehren würden.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

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