Thermen-Chardonnay – Relaunch

Heute hab ich mich mal wieder der Weine der Thermenregion erinnert und dann aus der Beute des Gutsbesuchs im August 2019 folgendes Fläschchen zur Wiedervorlage geöffnet:

2016er Chardonnay – Pfaffstätten – Tradition – trocken – Qw, Freigut Thallern, Thermenregion

Farblich haben wir hier ein leuchtendes Goldgelb, es riecht nach relativ würzigem Steinobst wie gelber Pflaume und Weinbergspfirsich, gepudert mit einer Spur Piment und Curcuma. Es schmeckt dann auch so, wobei die Gelbwurz hier etwas deutlicher ist, dazu ein kleines Rindenbitterchen, schön ausbalancierte Säure, hellerdig-lehmige Basis ohne Breitenwirkung. Abgangsmäßig hat man recht lange was von dieser gelb-braunen Gewürzmischung, die sich insbesondere im Finale nach vorne schiebt.

In den letzten 3 Jahren hat sich dieser Wein fast komplett runderneuert, wobei insbesondere die würzige Seite mittlerweile ziemlich unique ist, dazu ein sehr schönes Verhältnis zwischen Extrakt und Säure, was will man mehr für knapp zehn Euronen? Qualitativ für mich noch auf dem gleichen Level, sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis!

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

Nachfolgend der Text der Verkostung vom 15. August 2019:

Die Thermenregion kenne ich vor allem als Heimat von etwas fülligeren Weinen, vorwiegend aus den autochtonen Sorten Rotgipfler und Zierfandler. Bei meinem Österreich-Kurztrip vor einigen Tagen war ich nicht weit weg von dieser Weinbauregion und so habe ich an einem Tag mal ein bißchen weiterführende Regionskunde betrieben. Gestern haben wir dann aus den mitgebrachten Weinkartons folgende Flasche extrahiert:

2016er Chardonnay – Pfaffstätten – Tradition – trocken – Qw, Freigut Thallern, Thermenregion

Die Farbe ist ein recht helles Goldgelb, in der Nase anfangs fast etwas hellgelb kaltvergoren, mit ordentlich Luft zeigt sich dann die Frucht nicht mehr so primär, aber frisch mit gelben Pflaumen und Kaktusfeigen sowie etwas süßlichem Zitronenextrakt auf Kalkpuderunterlage; mit noch mehr Luft und etwas Temperatur übernehmen dann Weinbergspfirsiche und eine kleine Kaki das Ruder. Geschmacklich macht der Chardonnay einen gekonnten Spagat zwischen regionstypischer Dichte und sommerlicher Frische; trotz eher milder Säure und etwas Samtigkeit sorgt die hellgelbe Frucht in Verbindung mit etwas Löwenzahn / Rucula sowie dem Weißen einer Zitronenschale und dem Kalkpuder für niedrige Viskosität; auch hier mit Sauerstoff und ein paar Kelvin mehr eine deutliche Gelbverdunkelung. Auch der recht ordentliche Abgang entwickelt sich mit der Zeit von hell- zu recht dunkelgelb, wird dabei fast opulent, bleibt aber relativ fokussiert und strengt nicht an; das Finale hält über einige Minuten die schon eher orange Frucht ohne Plakativität parat.

An diesem Chardonnay gefällt mir vor allem, wie er sich in gut eineinhalb Stunden vom leicht-opulenten Sommerwein zum fluffig-opulenten Essensbegleiter entwickelt, ohne dabei an Beschwingtheit zu verlieren.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 20 von 25

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