Dickes Ding

Es gab dann gestern auch noch was dickflüssigeres als den zuvor beschriebenen SB:

2012er Weisser Burgunder – Leimener Herrenberg – Oberklamm – trocken – Große Lage – GG, Seeger, Baden

Die Farbe ist ein schon etwas dichteres Goldgelb, für die Nase gibt’s intensives Kernobst wie Quitte und Birne, dazu deutlich Vanille. Am Gaumen sind die Früchte ebenfalls recht intensiv vernehmbar, das Holz ist in Form von Vanille und Sternanis recht ausgeprägt, aber die Früchte werden nicht übertüncht. Die Säure ist primär nicht so sehr präsent, der WB gleitet aber recht locker flockig trotz des deutlichen Extrakts. Der Abgang ist sehr lang und zeigt eine schöne Balance zwischen Frucht und Braunwürze.

Hier ist es weniger die Fülle von Aromabestandteilen, sondern deren exemplarische Ausgewogenheit, welche den Wein in einem besonderen Licht erscheinen läßt. Extrakt, Säure, Holzeinsatz, nichts drängt sich trotz der hohen Gesamtdichte nach vorne, nichts zeigt Schwächen neben den anderen Geschmacksfetzen, wirklich super gemacht!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 21/25

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4 comments on “Dickes Ding

  1. Weißburgunder aus Baden mag ich hin und wieder sehr gerne, auch wenn ich bislang vor Allem am Kaiserstuhl (empfehlenswert: Weingut Michel aus Achkarren) unterwegs war. Weißburgunder und Badem sind meines Erachtens beide unterschätzt.

    Seeger kommt also auf alle Fälle auf die Liste.

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    • Badener Weißburgunder (die grauen auch) neigen doch zum Zuckerschwänzchen, welches dann auch noch aufgrund mangelnder Säure zur Klebrigkeit ausartet. Da ist Seeger eine der wohltuenden Ausnahmen, in Südbaden ist z.Z. Salwey diesbezüglich meine erste Adresse.
      Noch mehr Renommée hat Seeger ja bei den Spätburgundern, aber da hatte ich selbst noch nichts im Glas…

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      • Blaufränkisch (nicht Lemberger) macht der Thomas Seeger auch sehr ordentlich 🙂
        Was den WB betrifft, bewegt sich deine Zunge zunehmend ich Richtung „Oak Monster“ und „Butter Bandit“ (wie der gute alte GV sagen würde) … angekommen bist Du da freilich noch lange nicht aber bei einem möglichen, nächsten Zusammentreffen, könnte Dir vielleicht sogar ein Cali-Chardonnay der alten Gerda (z.B. von Pahlmeyer oder Ramey) gefallen, den ich dann gerne mitbringe 😉

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        • Na ja, als „Oak Monster“ oder „Butter Bandit“ würde ich den Oberklamm WB jetzt nicht bezeichnen. Bei aller Fettigkeit (hier im positiven Sinne) ist hier für mich bemerkenswert, wie gut alle Aromenbestandteile in Balance sind. Die genannten Nicknames würde ich eher verwenden, wenn eines der vielen Bausteinchen alle anderen mehr oder weniger plattmachen würde und der Wein somit einsilbig wird. Wenn die Vielschichtigkeit gewahrt bleibt, darf und durfte es auch schon immer gern „a bisserl mehra sei“… 😉

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