Kleine Pinot-Runde in Würzburg

Am vergangenen Samstag hatte ich die Ehre, an einer privat ausgerichteten Pinot-Noir-Runde in Würzburg teilnehmen zu dürfen, die -soviel vorweg- recht gut bestückt war. Insgesamt haben wir 17 PN’s blind verkostet; die Aufgabe war, die 3 deutschen Piraten herauszufinden, der Rest war komplett aus dem Burgund. Die Jahrgänge erstreckten sich dabei von 1999 bis 2015.

1. Wein: 2009er [Pinot Noir] – Les Champans – Volnay 1er cru AC, Joseph Voillot, Bourgogne

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Im Glas ein recht helles Scharlach- bis Ziegelrot, sehr hohe Transparenz. In der Nase feine Kirsche, leicht junge Pflaume, wirkt nach verhaltener Startphase dann schlagartig sehr dicht, wird aber nicht alloholisch; dazu eine dezente Holzaromatik mit etwas Bitumen und Trüffeln. Am Gaumen etwas grünes Tannin, leicht Teer, keine Adstringenz, recht filigrane Frucht, die Säure ist bei schöner Frische eher schlank. Der Abgang ist recht lang, dabei trotz einigem Druck auf der feinen, eleganten Seite.

Hier wechseln sich ein paar grünere mit leicht angereiften Noten ab, wirkt deswegen aber nicht unstimmig. Eher ein leiserer Vertreter seiner Art, hat wohl noch einiges vor sich.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 21/25

2. Wein: 2008er [Pinot Noir] – Clos de la Maréchale – Nuits-Saint-Georges Prémier cru AC, Jacques-Frédéric Mugnier, Bourgogne

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Die Farbe ist ein mittleres Ziegelrot mit orangen Rändern bei hoher Transparenz, die Nase bekommt’s erst mal kurz mit einem ganz leichten Stinker, danach mit Herzkirsche plus Pflaume zu tun. Das Holz zeigt sich hier dezent mit Süßholz und hellem Tabak, ganz leicht auch Räucherspeck, der Allohol ist ein klein bißchen spürbar. Am Gaumen dann wenige, samtige Tannine, einiges an Fruchtextrakt incl. ein paar dunkler Beeren, das Holz ist mitteldicht und sehr gut integriert. Der Abgang ist lang und vielschichtig, er zeigt mit etwas Teer und herben Steinchen eine schöne Kante.

Recht vielschichtiger Pinot mit etwas mehr Druck und leicht kantiger Mineralik.

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 21/25

3. Wein: 1999er [Pinot Noir] – Les Rugiens – Pommard Prémier cru AC, François Parent, Bourgogne

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Die Farbe ist ziegelrot, leicht orange Ränder, deutlich transparent, in der Nase eine schlanke Frucht in Form von Kirsche und leicht Walderdbeere, später auch Johannisbeere, die Extraktsüße wirkt etwas betont, eher wenig Holz spürbar, dabei spielt vor allem der Etikettentrüffel mit. Am Gaumen ist die Frucht zwar präsent, dennoch ergibt sich diesbezüglich ein leichtes geschmackliches Loch, darüber hinaus wirkt die Frucht für mich sogar in Ansätzen plakativ; dafür gibt’s aber eine recht schöne und gut balancierte Säure. Vor allem beim recht langen Abgang machen sich die Tannine bemerkbar, etwas teerig mit leichten grünen, aber durchaus angenehmen Komponenten.

Diesen Wein -der für sein Alter erstaunlich gut in Schuß war- hatte ich eher in Deutschland gesehen, war wegen der leicht plakativen, irgendwie auch rauhen Frucht nicht so ganz mein Fall.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 19/25

4. Wein: 2009er [Pinot Noir] – Corton Grand cru AC, Tollot-Beaut, Bourgogne

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Im Glas ein helleres Kirschrot, deutlich transparent. Geruchlich eine sehr beerige, hellere Frucht, später auch kirschig, dabei aber nicht kitschig; vom Holz kommen heller Tabak und etwas helles Leder. Geschmacklich führt der nicht geringe, aber gut eingebundene Extrakt zu ein bißchen Kirschlikör, was eine gewisse Wärme zur Folge hat. Das Holz ist recht geschmeidig, die Säure eher von der distinguierten Art, aber doch leicht „schmatzig“. Gut langer und extraktbetonter Nachhall mit etwas Teer im Gepäck, welcher sich vor allem im Finale -angenehm- bemerkbar macht.

Der noch eher jugendlich wirkende Corton ist insgesamt sehr rund und harmonisch, etwas fruchtbetonter, anfangs hatte ich auch hier einen D-Verdacht, habe mich mit etwas Luft aber dann doch anders entschieden…

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 21/25

5. Wein: 2012er Spätburgunder – Marienthaler Trotzenberg – trocken – Qw, Paul Schumacher, Ahr

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Die Farbe ist ein helleres Granatrot, deutlich transparent. Bukettmäßig gibt’s rote Pflaume und etwas Brombeere, auch etwas süßliche Kirsche, dazu leicht karamelliges, „fettiges“ Holz. Geschmacklich zeigt sich die Frucht wie beim Bukett, das Holz wirkt leicht süßlich mit dezent Gewürzstrauß, nicht übermäßig viel, aber gut arbeitende Säure, on top etwas Schiefer. Der Abgang ist bei hoher Intensität sehr lang, das Finale ist leicht herb-teerig.

Die Schiefer-Mineralik war hier der entlarvendste Komponente hinsichtlich der Länderauswahl, in unserer recht hochklassigen Runde zwar eher „nur“ im gehobenen Mittelfeld, dafür aber aus meiner Sicht klar der Preis-Leistungs-Sieger!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 21/25

6. Wein: 2006er [Pinot Noir] – Les Chaumes – Vosne-Romanée 1er cru AC, Méo-Camuzet, Bourgogne

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Rubinrot mit deutlicher Transparenz im Glas; für die fruchtbetonte Nase gibt’s dicke Kirschen und rote Pflaumen, aber auch „dry-aged Beef“, Treber, Hefe, Waldpilze und pastösen Schwefel, das Holz wirkt irgendwie „alt“, wobei ich jetzt nicht muffig oder was ähnlich negatives meine. Am Gaumen ein recht prall gefüllter Fruchtkorb mit saftigen Kirschen, Brom- und Heidelbeeren, dazu eine ebenso saftige Säure. Das Holz kommt deutlich, aber doch sehr elegant mit samtiger, komplexer Würze incl. Nelke und hellem Tabak daher. Der Abgang ist ein Mehrminüter und erst mal vordergründig fruchtig, das tragende, vielschichtige Holz und die super vermittelnde Säure sorgen für ein sehr komplexes Finale.

Sehr vielschichtig mit ordentlich Druck, dennoch sehr geschmeidig, perfekte Säurestruktur, super balancierter Extrakt, viel drin, viel dran, ziemlich groß!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 23/25

7. Wein: 2002er [Pinot Noir] – Clos-Vougeot Grand cru AC, François Gerbet, Bourgogne

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Die Farbe ist ein leicht orange gerahmtes Ziegel- bis Scharlachrot. Bukettseitig gibt’s eine kühle Variante süßer Kirschen und frischer Feigen, dazu etwas waldige Holzwürze. Am Gaumen kommen noch deutliche Tannine zum Einsatz, die jedoch auch sehr geschmeidig sind. Sehr feine, aber doch deutliche Säure, das Holz wirkt ganz leicht angebrannt, ein kleines Zitrusbitterchen schwingt mit. Die Frucht -mehr auf der Johannisbeerseite- spielt in der zweiten Reihe mit. Der Abgang ist ziemlich lang, hier sind Frucht und Holz bei schöner Säurestruktur sehr ausgewogen.

Trotz kleiner Kanten eher ein eleganter Wein, der sich nicht zu sehr in den Vordergrund stellen möchte. Muß man sich etwas erarbeiten, lohnt sich aber!

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

8. Wein: 2002er [Pinot Noir] – Les Brûlées – Vosne Romanée 1er cru AC, Guyon, Bourgogne

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Hier ein Ziegelrot mit orangem Touch und deutlicher Transparenz im Glas. Bukettmäßig gibt’s leicht reduktive Frucht, Waldboden und morsches Holz, pastösen Schwefel -der sich langsam zurückzieht- und schwarze Johannisbeere. Der Geschmack wird erst mal von der potenten Joh-Beere und weiteren Fruchtfetzen bestimmt, dann gesellt sich das Holz mit einigen weichen Röstaromen dazu, die Säure ist sehr gut ausbalanciert, wirkt hier deutlich weniger reduktiv. Der Nachhall hallt recht lang und druckvoll, das Holz ist zwar im Vordergrund, aber nicht überzeichnend.

Hier gefällt mir vor allem der eigentlich paradoxe Gleichklang von Kraft und Facettenreichtum, die quasi perfekte Säure tut ihr übriges dazu.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 23/25

9. Wein: 2015er Spätburgunder – Bürgstadter Centgrafenberg – trocken – Große Lage – GG, Rudolf Fürst, Franken

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Die Farbe ist granatrot mit deutlicher Transparenz, für die Nase gibt’s Buchenspäne und Formaldehyd, erst dahinter einige Waldbeeren. Am Gaumen zeigt sich die Frucht mit einer gewissen Breite, das Holz weist einige nicht ausschließlich angenehme Kanten incl. kaltem Rauch auf, die Säure wirkt etwas isoliert. Der Abgang ist vom leicht süßlich-rauchigen Extrakt dominiert.

Das war für mich so ein halbe-halbe-Deutscher, noch deutlich zu jung. Ich gehe aber davon aus, daß da noch was Schönes d’raus wird, wenn die ganzen Einzelkomponenten etwas zueinander finden und sich die ein oder andere jetzt noch etwas harsche Kante abrundet.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 18/25

10. Wein: 2009er [Pinot Noir] – La Levrière – Vieilles Vignes – Pommard AC, Dugat-Py, Bourgogne

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Das Glas zeigt ein etwas dunkleres Granatrot, deutlich transparent. Das Bukett zeigt eine anfangs etwas reduktive, später immer weicher anmutende, präsente Frucht, eher beerig (Walderdbeere, Heidelbeere), der Extrakt kündigt sich hier etwas süßlich an. Das Holz ist mit Leder und hellem Tabak einerseits dezent, aber doch deutlich gehalten. Am Gaumen eine mittlere Tannindichte, ganz leicht adstringierend, aber sehr feinkörnig. Die Frucht ist hier deutlich dunkler, dabei intensiv und vielschichtig, die Säure ist zwar etwas kantig, aber sehr gut eingebettet. Auf der Holzseite gibt’s hier Zeder und Koriandersaat. Der ziemlich lange Abgang zeigt eine sehr frische Frucht, immer noch leicht pelzig, das Holz ist hier besonders schön eingeflochten.

Druckvoll elegant mit gefährlich niedriger Viskosität. Von der Klassifikation her das unterste Level aller verkosteten F-Weine, vom geschmacklichen Ranking her ganz und gar nicht.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

11. Wein: 2012er [Pinot Noir] – Mazoyères-Chambertin Grand cru AOC, Maume Marchand-Tawse, Bourgogne

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Im Glas ein recht transparentes Rubinrot, für den Riechkolben gibt’s eine nette Kirschvarianz, etwas Staub, eher wenig Holz. Am Gaumen auch vorrangig kirschig mit leichter Beerenbeigabe, die Extraktsüße macht sich bemerkbar, ist dank der wohldosierten Säure ganz gut integriert, bleibt aber etwas plakativ; das Holz wirkt hier deutlich dichter, aber auch etwas roh. Auch beim Abgang kommt die Frucht nicht ganz natürlich daher, die Säure wirkt hier etwas gedämpft.

Das könnte man jetzt als „Mainstream-Grand cru“ bezeichnen, dementsprechend in meinen Augen etwas beliebig.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 18/25

12. Wein: 2004er [Pinot Noir] – Chambertin Grand cru AC, Rossignol-Trapet, Bourgogne

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Die Farbe ist scharlachrot mit orangem Touch, fortgeschrittene Transparenz. In der Nase leicht grünliche Kirschen, etwas Marienkäfer, sehr wenig Holz. Am Gaumen ebenfalls leicht grün wirkend, recht straffe Säure, wenig Holz, insgesamt etwas eindimensional, dennoch in guter Balance. Der Nachhall hallt recht lang, ist von der Reife aber auch deutlich entfernt, dafür macht hier die Säure Spaß.

Wohl jahrgangsbedingt sind die ganzen grünen Noten hier. Immer noch ein durchaus guter Wein, aber bei dem Preis denkt man sich schon „na ja“…

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 18/25

13. Wein: 2008er [Pinot Noir] – Charmes-Chambertin Grand cru AC, Armand Rousseau, Bourgogne

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Hier ein sehr helles Ziegelrot mit orangebraunem Touch. In der Nase zeigt sich die Kirsch-Beeren-Frucht leicht angereift, dazu kleine Pflaumenanteile, eher moderate Holznoten. Am Gaumen auch eher reifere Exemplare von Kirschen und roten Pflaumen, die Säure ist etwas schwach auf der Brust, das Holz ziemlich zurückhaltend, hier ist Schnupftabak die auffälligste Komponente. Der Abgang ist zwar lang, aber im Vergleich auch etwas arg breit.

Trotz meines nicht ganz so breit gefächerten Wissens über die verschiedenen Weingüter im Burgund hat der Name dieses Guts schon einen gewissen Klang, dem wurde zumindest dieser Wein nicht so ganz gerecht.

Meine Wertung: Nachkauf 1/3, Gesamt 18/25

14. Wein: 2005er Spätburgunder – Malterdinger Bienenberg – Wildenstein – »R« – trocken – Qw, Bernhard Huber, Baden

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Die Farbe ist ein dunkleres Ziegelrot mit orangen Rändern bei mittlerer Transparenz. Nasenseitig leicht reduktiv, etwas Bariumchlorid, wenig Frucht, sehr differenziertes Holz mit Kakao, Leder, Mandeln und Morcheln. Am Gaumen gibt’s deutlich mehr leicht angereifte Frucht mit pflaumiger Komponente. Dazu eine sehr schöne Säure und eine gekonnte Kiesbettunterlage. Der Abgang weist eine sehr schöne Länge auf, dazu eine super Frucht-Holz-Balance sowie eine perfekte Säurestruktur.

Wirkt trotz seines Alters und leicht angereifter Komponenten insgesamt doch noch eher frisch und wurde mehrheitlich -auch von mir- nach Frankreich verortet.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

15. Wein: 2009er [Pinot Noir] – Les Fuées – Chambolle-Musigny Prémier cru AOC, Perrot-Minot, Bourgogne

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Im Glas rubinrot mit deutlicher Transparenz und leichtem, orangen Schimmern. Reine Kirschnase, dafür aber eine hohe und differenzierte Sortenvielfalt, dezentes Holz mit alter Ledertasche und etwas hellem Tabak. Auch am Gaumen auf die Kirschen fokussiert ohne dabei eintönig zu sein. Die Säure steht zwar eher im Hintergrund, arbeitet dafür aber sehr effektiv und hält den Extrakt gut im Zaum –> keinerlei Breitenwirkung; weiters ein leichter Kräuterhintergrund. Nachhallmäßig haben wir es hier mit einem Mehrminüter zu tun, druckvoll und elegant zugleich, zelebriert die leicht angereifte Frucht mit großer Würde.

Hier hat mich am meisten fasziniert, wie messerscharf unterschiedliche Kirscharomen gegeneinander abgrenzbar sind. Da waren die perfekte Säurestruktur und die souveräne Holzarchitektur schon fast wie selbstverständlich.

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 23/25

16. Wein: 1999er [Pinot Noir] – Grands Échézeaux Grand cru AC, Robert Sirugue, Bourgogne

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Dieser scharlachrote Wein hatte leider einen Korkfehler! Ich habe dann zwar den Frischhaltefolientrick initiiert, aber der hat in diesem Fall nur beim Bukett etwas geholfen, den muffigen Fehlton zu beseitigen. Am Gaumen war leider nix sinnvoll verwertbares mehr vorhanden; da hat das TCA -respektive seine Abbauprodukte- wohl deutlich zu lange Zeit gehabt, in der Flasche herumzuwüten. Sehr schade…

Meine Wertung: Nachkauf /3, Gesamt/25

17. Wein: 2002er [Pinot Noir] – Clos de la Roche Grand cru AC, Pierre Amiot, Bourgogne

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Ziegelrot mit Tendenz zum Orange, bukettmäßig leicht reduktiv, etwas Pferdestall, ein Hauch Orangenschale, weiße Johannisbeere, Hagebutte, Roiboos-Tee. Am Gaumen ist die Frucht scharf abgegrenzt, die Säure ist recht straff, das Holz leicht angemodert bzw. torfig. Sehr langer und dichter Abgang, vorwiegend vom Holz geprägt, jedoch sehr schön balanciert.

Schön angealtert, stach aufgrund einiger eigener Aromen -insbesondere der animalischen Seite- etwas aus dem Feld heraus. Daher rein von der Aromatik her für mich eigentlich der interessanteste Wein, aber die PN’s in meiner Hitliste (s.u.) waren dann doch im Hinblick z.B. auf die Säurestruktur und dem Zusammenwirken aller Kräfte noch eine Spur spannender bzw. der Perfektion näher…

Meine Wertung: Nachkauf 3/3, Gesamt 22/25

Ergebnis:

Von „meinen“ drei 23er-Weinen habe ich dann im Rahmen der Gesamtbewertung folgendes Ranking abgeleitet:

Platz 1   2006er Les Chaumes – Vosne-Romanée 1er cru AC, Méo-Camuzet

Platz 2   2002er Les Brûlées – Vosne Romanée 1er cru AC, Guyon

Platz 3   2009er Les Fuées – Chambolle-Musigny Prémier cru AOC, Perrot-Minot

Über die Wertungen aller Teilnehmer ergab sich dann folgendes Bild:

Platz 1   2006er Les Chaumes – Vosne-Romanée 1er cru AC, Méo-Camuzet

Platz 2   2002er La Levrière – Vieilles Vignes – Pommard AC, Dugat-Py

Platz 3   2009er Les Fuées – Chambolle-Musigny Prémier cru AOC, Perrot-Minot
sowie     2005er Malterdinger Bienenberg – Wildenstein – »R« – trocken – Qw, Bernhard    Huber (punktgleich)

wobei der Gesamtsieger ziemlich eindeutig war.

Fazit:

Eine im wahrsten Sinne erleuchtende Runde der Extraklasse! Einmal fiel in der Runde die Bemerkung: „Das ist der Grund, warum wir burgundische Pinots trinken!“ und das traf den Nagel ziemlich auf den Kopf. Interessant, daß es gar nicht immer so eindeutig und einfach zu lösen war, welche Weine aus Deutschland kamen, ich jedenfalls hab’s nicht immer klar erkannt. Insbesondere beim „Wildenstein“ von Huber hat -wenn ich mich recht erinnere (man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege)- gar niemand auf Deutschland getippt.

Es dürfte nicht so einfach sein, eine solche Runde in der erlebten Qualität zu den angefallenen Kosten zu wiederholen, da insbesondere die Preise der französischen Flaschen sich teils extrem nach oben bewegt haben. Schon von daher wird mir diese Runde noch sehr lange im Gedächtnis bleiben, aktuell stufe ich sie als mein persönliches Highlight ein.

Vielen Dank an die Gastgeber nach Würzburg, die die Runde möglich gemacht haben und weiters an alle Teilnehmer, die jeder auf seine Weise zu dieser hochklassigen, aber nicht hochnäsigen Runde beigetragen haben!

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6 comments on “Kleine Pinot-Runde in Würzburg

  1. Das „kleine“ in der Überschrift ist mir auch sofort aufgefallen. Sollte vielleicht eher in „Feine“ abgeändert werden… Tolle Probe jedenfalls!!! Kann mich nicht erinnern, dass Du schon mal so viel Punkte in den 20ern vergeben hast!! Freu mich schon auf unser Pinot Tasting im November, wenngleich wir das Niveau sicherich nicht halten können… Zumindest nicht von den Namen her…
    Viele Grüße ralph

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    • Hallo Ralph,
      tatsächlich besteht die Gefahr, daß ich unsere anvisierte Pinot-Runde in ein paar Wochen an dieser hier ein bißchen messe. Hier war halt das Glück, daß der Großteil der Weine schon ordentlich abgehangen und somit sehr schön entwickelt war. Und es war halt nicht irgendwas, sondern augenscheinlich schon mit sehr viel Sachverstand ausgewählt. Wenn ich in der Zeit, in der ich noch öfters in Frankreich war, dort mehr eingekauft hätte bzw. damals schon darauf geachtet hätte, daß ich nicht gleich alles in eher kürzerer Zeit wegtrinke (jaja, der jugendliche Leichtsinn!), hätte ich da nun auch einen ähnlich schönen Bestand im Keller. Vielleicht…
      Aber auch die Häufung der Konjunktive ändert nichts an der Realität. Dennoch bin ich guter Hoffnung, daß wir da ein paar sehr schöne Sachen in den Gläsern haben werden!
      Bis dahin…
      VG Erich

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  2. Hallo Erich,

    wie immer eine sehr schöne Zusammenfassung von Dir ! Vielen Dank ! Bei den Flaschenabbildungen kann man im Geiste noch einmal schwelgen…. Ich glaube, wir hatten insgesamt doch Glück mit den (Einzel-)Flaschen, auch wenn der einzige Korkschmecker doch etwas ärgerlich war.

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Bodo,
      ich denke auch, daß man da mehr als zufrieden sein kann, ich zumindest hatte noch nie eine Runde, bei so viel richtig gutes „Zeug“ aufgefahren wurde und selbst die etwas schwächeren Weine hatten mehrheitlich das Potential, bei „normalen“ Runden das Siegerkrönchen zu erringen. Und für das, was wir da in den Gläsern hatten, waren die Kosten gemessen am Genuß ja auch äußerst überschaubar!

      Ich bin ja eigentlich eher der rationale Typ, aber hier komme dann auch ich ins schwelgen…

      VG Erich

      …und hoffentlich bis bald mal wieder, wo auch immer…

      Liken

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