…erneutes Barolo-Bashing

Heute hab‘ ich interessehalber mal was probiert, was ich sonst nie anrühren würde; es handelt sich um ein sicherlich gut gemeintes Geschenk, aber ein kurzer Blick auf die Flasche incl. der Wahrnehmung des völlig nichtssagenden Namens des Weinguts bzw. Abfüllers reichte schon aus, um meine Skepsis zu schüren:

2011er [Nebbiolo] – Barolo DOCG, A.VI. P. SpA, Piemonte

Nach Scannen des Barcodes kam heraus, daß es sich um einen Lidl-Barolo handelt, dem der hauseigene Sommelier Bampfield ganz unabhängig und unparteiisch 86 Pünktchen verliehen hat, ein anderer Jahrgang hat beim Falstaff sogar 89 Punkte abgeräumt…

Die Farbe ist ein dunkles, leicht angebräuntes Ziegelrot mit mittlerer Transparenz, leicht trüb. In der Nase deutlich kompottig-alloholische Pflaumen, und das bereits, als der Wein noch relativ kühl war; Holz gibt’s auch, jedoch arg undifferenziert, irgendwie ein bißchen wie Spanplatte. Am Gaumen dann saure Tannine mit mittlerer Adstringenz, etwas pflaumig-kirschige Frucht, wenig Holz, kantige Säure. Der Abgang ist recht lang, hier etwas mehr Fruchtkompott.

Dieser Barolo strengt zwar nicht an, macht aber auch nicht wirklich Spaß, da ihm jegliche Finesse fehlt; außerdem wirkt er insbesondere am Gaumen trotz des alkoholisch aufgeblähten Extrakts ziemlich substanzlos. Um das Geld kann man sich m.E. deutlich erfreulichere Piemonteser leisten, aber das wußte ich ja auch schon vorher. Ich kann nur immer wieder vor solchen Discounter-Weinen warnen, die mit großen Namen Schindluder treiben…

Meine Wertung: Nachkauf 0 von 3, Gesamt 9 von 25

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