…statt Jura…

Heute hätte zum Essen wieder gut was aus dem Jura gepaßt, da wo ich gerade bin, hatte ich aber nichts dergleichen verfügbar, deshalb habe ich mich nach Alternativen umgeschaut und bin im südlichen Österreich fündig geworden:

2012er [Cuvée] – [Orange] – trocken – Landwein Steirerland, Werlitsch, Südsteiermark

Wenn die bemühten Quellen stimmen, handelt es sich hier übrigens um eine Cuvée aus 50% Sauvignon blanc und 50% Morillon (Chardonnay).

Die Farbe ist ein relativ trübes braunorange, riecht nach leicht angemosteten, süßlich-herben Mandarinen und später auch Orangen, dazu gibt’s Roiboos-Tee, der mit etwas Luft auch noch um Schwarztee ergänzt wird. Am Gaumen kommt zu den genannten Bukettaromen auch noch gegerbte Kumquat hinzu, weiters weißer Pfeffer, 600er Naßschleifpapier, ein Rosenkohlbitterchen (nicht die Kohlnote selbst), einige weiße Tannine, zeitweise etwas adstringierend, super austarierte Säure, etwas Koriandersaat, schmutziger Tuffstein als Unterlage. Der immens lang hallende Nachhall lebt in erster Linie von dem Wechselspiel zwischen reichlich sekundärer, oranger Zitrusfrucht und den hier besonders vielfältigen Teearomen, die quasi perfekte Säure wirkt mit der puffernden Tuffunterlage hochanimierend.

Auch wenn ich in gewisser Weise sicher voreingenommen bin und bei einem Wein von Werlitsch bei mir immer mitschwingt, daß das einfach eine Granate sein muß, ich kann einfach nicht anders, als hier ziemlich tief in die Punktekiste zu greifen. Ewald Tscheppe trifft einfach meinen persönlichen Weinnerv auf den Punkt!

Meine Wertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25

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