Blau, würzig, kühl – Nachtrag

Regelmäßig zu Weihnachten bekommen meine besseren Kunden ein oder mehrere Fläschchen Wein zugesandt, je nach Umsatz und / oder Sympathie. Ein Teil davon hat dieses Jahr den

2017er Kékfrankos – Balf – száras – OEM, Weninger, Soproni

bekommen, für mich selbst hab‘ ich aber auch was behalten, ein Fläschchen wurde nun geöffnet:

Farblich ein dunkleres, leicht trübes Granatrot, riecht frisch würzig nach Waldmeister (fast ein bißchen wie die grünen Haribo-Schnuller) plus Sauerkirsche sowie ein ganz leichter Pflaumenhauch, dezente Großholzanmutung. Geschmacklich zeigen sich einige kühle, leicht adstringierende Tannine, dann Schattenmorelle und etwas Aronia, sehr blaues Steinbett, fast etwas harsch, dazu eine schon etwas fordernde Säure. Der sehr lange und frische Abgang ist ebenfalls recht kühl gehalten, die herbe Kirschfrucht wirkt bis ins Finale recht belebend.

Passend zum Jahrgang ein vor allem am Gaumen sehr schlanker, fast spitzer Blaufränkisch ohne ein Gramm Fett, dennoch in keinster Weise schwachbrüstig, verkörpert für mich sehr schön, was einen „Sauf-BF“ ausmachen sollte. Wer’s etwas handfester haben möchte, sollte aber eher in wärmeren Jahren zugreifen.

Meine Wertung: Nachkauf 2 von 3, Gesamt 19 von 25

Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: vor allem am Gaumen kommt der BF nun etwas stoffiger daher, nunmehr zeigt sich da durchaus auch eine gewisse, fast flaumige Geschmeidigkeit, die Frische bleibt dabei jedoch nicht auf der Strecke. Schöne Seitwärtsbewegung auf gleichem Niveau.

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