Überraschungskiste – Teil 15

Nach längerer Zeit habe ich heute mal wieder einen Überraschungskistenwein aufgemacht:

1985er Riesling – Mittelheimer Edelmann – Kabinett – QmP, Schönleber Blümlein, Rheingau

Das Weingut existiert auch heute noch, ich habe es bis jetzt allerdings noch nicht wahrgenommen, weder positiv noch negativ. Die Lage wird auch noch bewirtschaftet, aber heutzutage gibt es von da nur weiße und rote Burgundersorten.

Im Glas ein altersgerechtes, recht sattes Goldgelb, in der Nase findet man gleich eine Menge konzentrierter Exotik: Ananas, Blutorange, Tamarinde; Phenolik gibt’s auch, aber erstaunlich dezent. Dazu noch etwas Agaven-Dicksaft und ein bißchen was braunwürziges. Auch am Gaumen macht der Riesling durchaus noch Spaß, auch wenn die Aromatik hier schon ein bißchen flacher ist. Die Phenole stehen hier etwas mehr im Vordergrund, die immer noch recht animierende Säure hält die Restsüße klar auf der geschmeidigen, fast samtigen Seite. Nur eine leichte Kellernote ganz hinten könnte den ein oder anderen vielleicht etwas verstören. Der Abgang ist fruchtig-süß-herb, bringt ein paar leicht seifige Steine mit und hat Potential für gut zwei Minuten.

Nach 32 Jahren ist dieser Riesling, der seinerzeit sicher nicht zu den hochpreisigen Gewächsen gehört hat, noch in sehr ordentlicher Verfassung, auch wenn ich denke, daß er seinen Höhepunkt schon seit vielen Jahren hinter sich hat. Macht aber dennoch recht viel Spaß!

Meine Wertung: Nachkauf 2/3, Gesamt 17/25

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